Dieser Blog wurde unterbrochen und wird voraussichtlich ab September 2018 mit einem neuen Themen-Schwerpunkt fortgesetzt.

11.11.13

Kein Ende der Seitwärtsbewegung

Am Devisenmarkt notiert der Eurokurs aktuell bei 1,2321 Franken. Die Gemeinschaftswährung macht keinerlei Anstalten aus einer seit mehr als zwei Jahren andauernden Seitwärtsbewegung auszubrechen. Der im historischen Vergleich sehr niedrige Euro Frankenkurs ist auch ein Indiz dafür, dass die Wirtschaft im Euroraum vielleicht nie wieder an das Wachstumstempo vor der Schuldenkrise anknüpfen wird können.


Die Chancen sind gut, dass der Euro auch im nächsten Jahr seiner Seitwärtsbewegung treu bleiben wird. Die untere Begrenzung bei 1,20 Franken steht nicht zur Disposition, da die Schweizerische Nationalbank (SNB) auch 2014 an ihrer Mindestkurspolitik festhalten dürfte. Weil die jährliche Inflationsrate in der Schweiz zuletzt von -0,1 Prozent auf -0,3 Prozent gesunken ist, hat die Nationalbank freie Hand.

Analysten sind der Meinung, dass die Inflationsrate schon auf +1,0 Prozent steigen müsste, damit SNB-Präsident Thomas Jordan ein Ende der Untergrenze in Erwägung zöge. Solange dies nicht der Fall sei, könne die Schweiz am Mindestkurs festhalten und stets darauf verweisen, dass man mit ihm Deflationsrisiken bekämpfe, ähnlich wie es die EZB mit ihrer jüngsten Leitzinssenkung und die Fed mit ihrem massiven Anleihekaufprogramm tue.

Das Aufwärtspotential des Euros gegenüber dem Franken ist am oberen Ende der Seitwärtsbewegung bei 1,2650 begrenzt. Ein Grund dafür liegt in der Tatsache, dass der faire EUR/CHF Kurs seit Jahren am fallen ist. Darüber hinaus spielt die chronische Wachstumsschwäche der Eurozone eine wichtige Rolle, die durch die ultralockere Geldpolitik der EZB kaschiert werden muss.

"Weitere EZB-Unterstützung ist erforderlich, um die Wirtschaft zu fördern", zitiert Bloomberg den Ökonomen Ben May von Capital Economics in London. "Selbst wenn die EZB in den kommenden ein bis zwei Monaten die Geldpolitik lockert, werden damit nicht die fundamentalen Probleme gelöst, die der Eurozone nach wie vor gegenüberstehen."