Dieser Blog wurde unterbrochen und wird voraussichtlich ab Februar 2018 mit einem neuen Themen-Schwerpunkt fortgesetzt.

28.10.13

Credit Suisse spricht erstmals vom unterbewerteten Franken

Devisenexperten streiten sich über den fairen Wert des Euros. Die Meinungen gehen extrem weit auseinander. So kommt die Credit Suisse zu der Schlussfolgerung, dass der Schweizer Franken überhaupt nicht überbewertet ist. Vollkommen anderer Auffassung ist Danske Bank. Sie sieht den fairen Wert des Euros über 1,30 Franken.


Aktuell notiert die Gemeinschaftswährung bei 1,2343 Franken. Den neuesten Berechnungen der Credit Suisse zufolge ist der Euro damit um 1,2 Prozent überbewertet. Die Schweizer Großbank sieht den fairen Wert des Euros (also jenen, der realwirtschaftlich gerechtfertigt wäre) bei 1,22. Zuvor hatte die die Credit Suisse einen fairen Wert von 1,31 ausgegeben.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) dürfte nun an Glaubwürdigkeit einbüßen. SNB-Präsident Thomas Jordan spricht regelmäßig vom "hoch bewerteten Franken". Diese These wird nun ausgerechnet von der zweitgrößten Bank der Schweiz in Frage gestellt. An der Beibehaltung des Mindestkurses bei 1,20 sollte sich dennoch nichts ändern.

Zum einen machte Jordan vor zwei Wochen bei der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank in Washington klar, dass der Mindestkurs äußerst wichtig ist, um die Schweizer Volkswirtschaft zu beschützen. Darüber hinaus steht die Credit Suisse mit ihrer Meinung eines unterbewerten Schweizer Frankens (noch) recht alleine da.

Die meisten Modellberechnungen der Großbanken spucken nämlich faire Wert bei EUR/CHF 1,25-1,35 aus. "Der Schweizer Franken ist um ca. sieben Prozent gegenüber dem Euro überbewertet", schreibt die Danske Bank in einem Analysebericht vom 15. Oktober. Demzufolge läge der faire Wert des Euros aktuell bei 1,32 Franken.

Zum Thema:
SNB-Legende vom überbewerteten Schweizer Franken ein Märchen?