12.12.14

Fremdwährungskreditnehmer finden das rettende Ufer

Fremdwährungskreditnehmer sagen Ade zu Franken-Darlehen. Viele scheinen die Hoffnung aufgegeben zu haben, dass der Euro gegenüber dem Schweizer Franken wieder steigt. Nur so lässt sich die Kreditschuld mindern. Alle die bereits konvertiert haben, gibt die Wechselkursentwicklung recht. 1 Euro ist aktuell mit 1,2007 Franken so wenig wert wie seit langem nicht.

Die von österreichischen Haushalten genommenen Fremdwährungskredite haben sich seit Herbst 2008 um 45 Prozent verringert. Vor sechs Jahren verhängte die Finanzmarktaufsicht (FMA) ein Vergabeverbot für Fremdwährungskredite. Damals waren alle Haushalte zusammen mit 46,8 Milliarden Euro in Fremdwährung verschuldet.

Zum Ende des 3. Quartals 2014 lag die gesamte Kreditsumme bei 25,7 Milliarden Euro, wie die FMA heute in Wien mitteilte. 96 Prozent sind Schweizer-Franken-Darlehen. Bei dem Rest handelt es sich fast ausschließlich um Yen-Kredite.

Wer sich in der japanische Währung verschuldete, hat gut lachen. Anders als beim Euro-Franken-Kurs kam es zu einer massiven Aufwertung des Euros gegenüber dem Yen (JPY). Der EUR/JPY-Kurs kletterte in den letzten zweieinhalb Jahren von 94,10 auf 149,80. Dadurch hat sich die Kreditschuld eines Fremdwährungskreditnehmers halbiert.

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Auf etwas ähnliches hoffen Franken-Kreditnehmer bisher vergeblich. Ein Anstieg des Euros auf 1,50 Franken ist weit und breit nicht in Sicht. Allerdings hat man noch viel Glück im Unglück. Wegen dem von der Schweizer Notenbank bei 1,20 Franken eingezogenen Euro-Mindestkurs bleibt man von einer noch stärkeren Abwertung der Gemeinschaftswährung verschont.

In Ungarn und auf dem Balkan kamen Franken-Fremdwährungskreditnehmer nicht in den Genuss eines Mindestkurses. Ungarische Schuldner werden nun per Gesetzt zwangskonvertiert. In Österreich und Deutschland, wo sich viele Kommunen mit so genannten Kassenkrediten im Franken verschuldeten, besteht hingegen Handlungsspielraum.

Neben einer kompletten Umschuldung in ein Euro-Darlehen lässt sich durch die Aufnahme von monatlichen Tilgungszahlungen die Kreditschuld abtragen. Darüber hinaus können österreichische Franken-Schuldner ihr Ansparprodukte (Tilgungsträger) verkaufen oder stilllegen. Wer Aktien besparte, sollte aufgrund der Börsenhausse den Wechselkursverlust wieder wettmachen.

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