11.12.14

3 Gründe für den Schwächeanfall des Euros

Der Euro klebt wieder an der Untergrenze. Aktuell werden für die Gemeinschaftswährung Kurse von 1,2009 Franken bezahlt. Die Begeisterung für Anlagen im Euroraum schwindet. Zwar wetten einige Spekulanten auf einen Anstieg beim EUR/CHF-Kurs. Sie können sich aber nicht gegen konservative Investoren durchsetzen, die in dem Franken einen exzellenten Wertspeicher vorfinden.

Ein verheißungsvoller Anstieg des Eurokurses findet bei 1,2038 Franken ein jähes Ende. Auslöser ist die Sitzung der Schweizerischen Nationalbank (SNB), die nichts neues zum Thema bei Mindestkurs liefert. SNB-Präsident Thomas Jordan verfolgt eine Politik der ruhigen Hand. Er gönnt den Märkten nicht einmal Spekulationen über eine etwaige Einführung von Negativzinsen auf Bankeinlagen im Jahr 2015.

Warum sich der EUR/CHF abwärts bewegt?

1. Realzinsen:
Spekulanten, die mit hohen Summe minimale Anstieg des EUR/CHF-Kurses ausnutzten wollen, haben das Nachsehen. Stattdessen strömt das "übliche Investorengeld" in die Schweiz. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Zehnjährigen eidgenössische Staatsanleihen bieten eine reale Rendite (nach Berücksichtigung der Inflation) von 0,40 Prozent. Für deutsche Bundesanleihen liegt der Realzins hingegen bei -0,10 Prozent.

2. Grexit:
Es scheint ein günstiger Augenblick zu sein, Geld in die Schweiz zu transferieren, zumal es in Griechenland derzeit wieder beginnt zu brodeln. In Athen läuft alles auf Neuwahlen hinaus. Die in den Umfragen führende Partei fordert einen Schuldenerlass von der Eurogruppe.

3. Heimweh:
Neben den Kapitazuflüssen aufgrund der höheren Zinsen und der wieder aufkeimenden Angst vor einem Austritt Griechenlands aus dem Euroraum (Grexit) dürften Schweizer Exporteure den Franken stärker machen. Sie transferieren im Ausland erzielte Exporterlöse bilanzwirksam noch vor dem Ende des Jahres zurück in die Schweiz.