13.12.14

Ist der Euro mit 1,2006 Franken da, wo er es verdient?

Der Eurokurs kratzt an der Marke bei 1,2000 Franken. Grundsätzlich wäre das nichts Besonderes. Die 108-jährige Schweizerische Nationalbank (SNB) verspricht allerdings hoch und heilig einen weiteren Rückgang der Gemeinschaftswährung zu verhindern. Sie ist im vollen Gange Geld über die Notenpresse zu schöpfen, um den Euro aufzupeppeln.

Zwei Wochen nach dem Nein zur Goldinitiative ist der Euro-Franken-Kurs wieder "Zurück auf Los". Er bekommt frisches Notenbankgeld. 1 Euro ist zur Stunde zwischen 1,2006 und 1,2010 Franken wert. "Nach Angaben von Händlern werden im Markt bei einem Euro-Kurs von 1,2009 Franken Kaufaufträge wirksam", schreibt die nationale Nachrichtenagentur der Schweiz (sda).

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Hinter diesen Aufträgen kann eigentlich nur die Nationalbank stecken. Sie wird das aber niemals einräumen, um für Spekulanten und Hochfrequenzhändler nicht noch leichter ausrechenbar zu sein, als sie es ohnehin schon ist.
Dem drittstärksten Anstieg der Konjunkturerwartungen im Euroraum folgte eine Zunahme des Euros auf 1,2038 Franken. Anschließend ging es sukzessive bergab. Griechenland will nicht länger nach der Pfeife der Troika tanzen. In Italien gehen die Gewerkschaft gegen Arbeitsmarktreformen der Renzi-Regierung auf die Straßen.

Darüber hinaus wertet der Schweizer Franken auf, weil die als besonders sicher eingestuften Schweizer Staatsanleihen höhere Realzinsen abwerfen, als die ebenfalls als besonders sicher eingestuften deutschen Bundesanleihen. Hinzu kommt das Heimweh von Schweizer Exportmilliarden.

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