29.05.14

Euro-Franken-Parität wegem neuen Börsencrash nicht vom Tisch

Der Schweizer Franken lässt sich eine Hintertür offen. Zwar hat der Euro in den letzten Monaten aufgewertet, und vieles spricht dafür, dass es weiter nach oben geht. Nun warnt jedoch die Europäische Zentralbank (EZB) vor einem neuen Börsencrash, der zu einem Flucht in sichere Häfen führen würde.


Aktuell notiert der Euro bei 1,2210 Franken. Das Devisenpaar befindet sich seit Anfang März 2013 in einer Aufwärtsbewegung. Zwar fallen die Zugewinne äußerst dürftig aus. Sollte sich jedoch der Anstieg in dem Schneckentempo fortsetzen, würde der Euro am Jahresende deutlich über 1,25 Franken notieren.

(Weiterlesen: Euro steigt auf 1,28 Franken, aber erst im Dez. 2014)

Die Suche der Anleger nach Renditen könnte die "Möglichkeit eines scharfen und ungeordneten Abbaus der jüngsten Kapitalflüsse" auslösen, heißt es in einem gestern in Frankfurt veröffentlichten Finanzstabilitätsbericht der Europäischen Zentralbank.

Im Klartext: Investoren könnten plötzlich ihre Anteilsscheine wieder verkaufen. Weil der Anstieg der Unternehmensgewinne nicht mehr mit den kletternden Aktienkurse in Einklang gebracht werden kann, besteht die Gefahr des Lostretens einer Verkaufslawine (Börsencrash).

In einem solchen Umfeld käme dem Schweizer Franken, der seit eh und je von Investoren in Krisenzeiten als sicherer Hafen wahrgenommen wird, eine Schlüsselrolle zu. Die Nachfrage nach der eidgenössischen Währung würde im Falle eine Börsencrashs extrem in die Höhe schnellen.

Die Folge: Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hätte keine Chance den Euro-Mindestkurs bei 1,20 Franken zu verteidigen. Anschließend könnte der Eurokurs seinem Allzeittief vom August 2011 bei 1,0070 Franken einen Besuch abstatten.

Zum Thema:
Wie Fremdwährungskreditnehmer Euro-Anstieg auf 1,30 CHF ausnutzen