27.05.14

Euro steigt nach EZB-Nebelkerzen auf 1,24 Franken

"Auf kurze Sicht begrenzt eine EZB-Lockerung voraussichtlich das EUR/CHF Aufwärtspotential, und wir senken folglich unsere 3-Monatsprognose auf 1,23 (1,24)." Zu dieser Schlussfolgerung kommt die Danske Bank in einem aktuellen Bericht über die Lage an den Devisenmärkte. Derweil mästet die Europäische Zentralbank die Öffentlichkeit mit Informationen.

EZB-Chefvolkswirt Peter Praet wolle dem Notenbankrat nach Informationen des Magazins "Spiegel" eine Leitzinssenkung von derzeit 0,25 Prozent auf 0,15 Prozent vorschlagen. Darüber hinaus soll der Einlagenzins von 0,0 Prozent auf -0,1 Prozent verringert werden. Mit diesen zwei symbolischen Zinsschritten würde die EZB aller Voraussicht nach die von ihr selbst geschürten hohen Erwartungen verfehlen.

(Weiterlesen: Mit dem Getöse gewinnt die EZB keinen Blumentopf)

Wegen dem seit Wochen andauernden Getöse von Draghi & Co. rechnet man an den Finanzmärkten mit etwas Größeren. Eine Leitzinssenkung auf 0,00 Prozent sollte es schon sein. Dass man im Zuge einer solchen Verringerung des Hauptbietungssatzes auch den Einlagenzins senkt, gilt ohnehin als Selbstverständlichkeit.

Breit angelegte Anleihekäufe würde die Europäische Zentralbank in ihrer Rhetorik-Schublade belassen. Auch von weiteren Geldspritzen für die Geschäftsbanken, in Form von mehrjährigen Notenbankkrediten, würde man absehen. Über letztere Maßnahmen schwadroniert EZB-Präsident Mario Draghi seit einem halben Jahr.

Wenn die EZB irgendwann damit aufhören sollte Nebelkerzen zu werfen, könnte der Wechselkurs Euro-Franken steigen. Eine massive Öffnung der Geldschleusen wird es nämlich mit großer Gewissheit nicht geben. Die Devisenexperten der Danske Bank sehen den Euro auf Sicht von sechs Monaten auf 1,24 Franken steigen. Zuletzt notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,2210.

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