14.2.14

Schweizer Hochadel-Anspruch eröffnet Euro eine Anstiegschance

Nun bekommt es die Schweiz mit der EU und den Ratingagenturen zu tun. Der von der Alpennation ausgeworfene Egomanie-Boomerang kommt wenige Tage nach dem Anti-Zuwanderungsvotum zurück. Das Kreditrating und die Personenfreizügigkeit in der EU stehen auf dem Spiel.

Das Rating der Schweiz könnte von der Volksabstimmung gegen Masseneinwanderung betroffen sein, teilte die Ratingagentur Fitch am Mittwoch mit. Die Top-Bonitätsnote sei in Gefahr, wenn der privilegierte Zugang der Schweiz zum EU-Binnenmarkt beschnitten werde. 60 Prozent der Schweizer Exporte gehen in die EU.

"Es ist unfair, dass ein Land alle Vorteile hat und seinen Partnern nicht dieselben Vorteile gewähren will", sagte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters. "Im Sinne der Gegenseitigkeit ist es nicht richtig, dass Schweizer Bürger die unbeschränkte Personenfreizügigkeit in der Europäischen Union haben."

Wer A sagt, müsse auch B sagen, meinen Kritiker der Schweiz. Die Eidgenossen hätten sich nun einmal gegen die Personenfreizügigkeit entschieden. Das sei ihr gutes Recht, nur könnten sie dann nicht den EU-Binnenmarkt für ihre Zwecke ausnutzen, dessen Strukturen durch EU-Steuerzahler ausgebaut werden. Dies sei vertraglich eben so geregelt.

Für den Euro-Franken-Kurs könnte der Egomanie-Anfall der Schweiz spannend werden. Fitch weist in seinem Statement ausdrücklich auf erhöhte Unsicherheiten für den Wirtschaftsstandort Schweiz und den Immobilienmarkt hin. Sollte es zu einer Retourkutsche der EU kommen, stünden die Chancen gut, dass der Franken politisch motiviert Richtung 1,30 pro Euro abwertet.

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