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10.02.14

Franken stärker nach Schweizer Ausländer-Stopp

Das Schweizer Wirtschaftswunder ist trotz dem antieuropäischen Votum offenbar noch nicht in Gefahr. Die eidgenössische Landeswährung wurde am Tag 1 nach dem Volksentscheid etwas stärker. 1 Euro kostete zuletzt 1,2225 Franken nach 1,2250 am Freitag. Kommt das Alpenland mit dem Rosinenpicken wieder einmal durch?

Die Schweiz: Sie ist seit Jahrzehnten eine Steueroase für Schwarzgeld. Auch das Geld von Diktatoren (oft Massenmördern) nimmt man unter dem Verweis "Bankgeheimnis" gerne an. Sie werben im Ausland teuer ausgebildete Fachkräfte ab, damit ihre Wirtschaft wachsen kann. Sie manipulieren Wechselkurse, um ihr Pro-Kopf-Einkommen, das zu den höchsten der Welt gehört, auf Kosten anderer zu steigern.

(Weiterlesen: Der große Schweizer Mindestkurs-Schwindel)

Nun hat der Schweizer Wähler eine Beschränkung der Zuwanderung entschieden. Er tat dies bei vollem Bewusstsein, dass man damit die mit der EU geschlossenen Verträge der Personenfreizügigkeit verletzt. Nach der Einführung der Euro-Untergrenze bei 1,20 Franken sei das der nächste Versuch, den riesigen EU-Binnenmarkt für die Schweiz auszubeuten, sagen Kritiker.

Man könne nicht alle Vorteile des großen europäischen Binnenmarktes für sich in Anspruch nehmen, sich dann aber teilweise herausziehen, kritisierte der Präsident des EU-Parlaments, Martin Schulz (SPD). Die Schweiz genieße große Vorteile, weil sie ein Stückchen in die Europäische Union integriert sei und qualifizierte Arbeitskräfte brauche, erklärte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Europaparlament, Elmar Brok (CDU), dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

"Wir werden jetzt in eine Phase der Unsicherheit einbiegen", sagte der Präsident des Schweizer Arbeitgeberverbands, Valentin Vogt, im Schweizer Fernsehen. Unsicherheit sei schlimmer als schlechte Nachrichten. Vor allem die Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie könnte es treffen.

Das letzte Mal war die Schweizerische Nationalbank (SNB) der Weiße Ritter der exportgetriebenen Branche. Die SNB gab den Unternehmen mit der Einführung des Mindestkurses Planungssicherheit. Nun drückt der Schuh an einer anderen Stelle. Ausländische Facharbeiter wird man zukünftig nicht mehr so leicht anwerben können. Damit verliert die Schweiz langfristig Innovationskraft und Wachstumspotential.

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