15.4.13

USA wollen Schweizer Rückkehr zu flexiblen Wechselkursen

Es sind mal wieder die Amerikaner, die den Schweizern das Leben schwer machen. Nachdem die USA das Bankgeheimnis der Schweiz aufgebohrt haben, steht der Mindestkurs im Fokus. Die Untergrenze des Euros sei eigentlich gar nicht mehr notwendig und müsse weg, deutet das US-Finanzministerium in einem aktuellen Bericht zur Währungspolitik seiner wichtigsten Handelspartner an.

"Die Schweiz sollte zu einem flexiblen Wechselkurssystem zurückkehren, sobald sich die Bedingungen in Europa verbessern", schreibt das Finanzministerium in seinem halbjährlich erscheinenden Report (S. 26, Abs. 2, unten). Im November attestierten die Amerikaner den Schweizern noch, dass die Umstände der Schweiz einzigartig seien. Diese Passage wurde ersatzlos gestrichen.

Den USA dürften die Interventionen der Schweizerischen Nationalbank ein Dorn im Auge sein. Zwar sind sie davon recht wenig betroffen. Allerdings hat man Angst vor Trittbrettfahrern. Wenn die renommierte Schweiz dauerhaft ihren Wechselkurs manipuliert, könnte eine ganze Reihe von Ländern aufzeigen und sagen: "Ich will das auch so machen".

Mit dem Hinweis auf Deflationsgefahren wird sich Washington von der Berner Regierung und der Züricher Nationalbank wohl nicht mehr allzu lange abspeisen lassen. In dem Bericht zur Währungspolitik weisen die USA ausdrücklich darauf hin, dass sich die Abwärtsrisiken für die Preisstabilität in der Schweiz reduziert haben.

Am Devisenmarkt notiert die Gemeinschaftswährung aktuell mit fallender Tendenz bei 1,2145 Franken. Es gilt nun zu hinterfragen, inwieweit besonders optimistische Euro-Prognostiker das Risiko eines vorzeitigen Ende des Mindestkurses auf Druck der Amerikaner berücksichtigt haben.

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