26.11.12

Euro sucht zum Franken die Richtung, zum Dollar vor 1,30

Am Devisenmarkt hat der Schweizer Franken gegenüber dem Euro zwar ein wenig an Boden verloren. Der Kurs des Euros steigt zum Wochenauftakt von 1,2036 auf 1,2042 CHF. Das Währungspaar befindet sich allerdings weiterhin im charttechnischen Niemandsland. Gegenüber dem US-Dollar steht die Gemeinschaftswährung vor 1,30 USD. Die Euro-Finanzminister sind kurz davor die Geldschleusen für Griechenland zu öffnen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) und der Internationale Währungsfonds (IWF) werben nach Informationen des Magazins „Spiegel“ für einen viel weitreichenderen Schuldenschnitt als bisher angedacht. Die beiden Institutionen wollten Griechenlands Staatsverschuldung bis zum Jahr 2020 auf 70 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) senken. Die Geberländer müssten die Hälfte der ausgereichten Hilfskredite abschreiben.

Dagegen stemmt sich vor allem Deutschland. Bundeskanzlerin Angela Merkel will von einem griechischen Schuldenschnitt vor den Wahlen im September nichts wissen. Dass Athen nur durch einen Gläubigererlass im Euro gehalten werden kann, ist mittlerweile eine Binsenweisheit. In den Medien wird auch darüber spekuliert, den Griechen 2015 ihre Schulden zu erlassen, insofern sie bis dahin die Reformauflagen umgesetzt haben.

No Brainer

Hedgefonds sind die lachenden Dritten bei Griechenlands Rettung. Sie haben sich im Sommer mit griechischen Staatsanleihen eingedeckt, als deren Kurse niedrig und Zinsen hoch waren. Mittlerweile konnte viele Manager ihre Einsätze verdoppeln, weil durch den ins Spiel gebrachte Schuldenrückkauf die Kurse nach oben schossen. „Das sei ein absoluter "No Brainer" (engl. Kinderspiel) gewesen, sagte Hans Humes, Chef des Hedgefonds Greylock Capital aus New York.

Das gleiche Spiel könnte bald bei spanischen Staatsanleihen losgehen. Die komplizierten Rettungsmechanismen der Euroländer erfordern für ein Hilfegesuch einen Anstieg der Zinsen spanischer Staatsanleihen. Im Gegenzug fallen die Kurse der Anleihen, was Spekulanten nutzen, um sich mit den Papieren einzudecken.

Nun stellt Spanien ein Hilfsantrag beim ESM-Rettungsschirm, durch den Staatsanleihekäufe der EZB losgetreten werden würden. Die Kurse der Schuldscheine steigen.

Dass solche Spielereien möglich sind, liegt nicht an den Hedgefonds. Vielmehr an der spanischen Mentalität. Wenn man nicht so stolz wäre, würde man proaktiv unter den Rettungsschirm gehen, niedrige Zinsen haben und eine reelle Chance das Wirtschaftswachstum schneller anzukurbeln.