08.03.12

Die Teuerung Schweiz 2012 hat Licht- und Schattenseiten

Die Teuerung in der Schweiz 2012 klafft auseinander. So klettern die Konsumentenpreise auf Monatssicht und signalisieren erste Inflationsgefahren. Gleichzeitig rauscht die aktuelle Inflationsrate gegenüber dem Vorjahresmonat immer tiefer in den Keller. Der Eidgenossenschaft drohen dauerhafte Abwärtsrisiken für die Preisstabilität (Deflation) wie in Japan.

Im Februar 2012 lagen die Verbraucherpreise um +0,3 Prozent höher als im Januar 2012, meldet das Bundesamt für Statistik (BFS). Analysten hatten mit einer monatlichen Teuerung von +0,2 Prozent gerechnet, nachdem die Konsumentenpreise im Januar 2012 noch um -0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat gefallen waren.

„Der Anstieg des Landesindexes im Februar ist vor allem auf höhere Preise für Erdölprodukte, Luftverkehr und Wohnungsmieten zurückzuführen“, erläutert das Bundesamt für Statistik. „Leicht rückläufig sind Entwicklung der Konsumentenpreise in den Bereichen alkoholische Getränke und Tabak (-0,2 Prozent) sowie Freizeit und Kultur (-0,1 Prozent).

Auf Jahressicht fällt die Teuerung in der Schweiz um -0,1 auf -0,9 Prozent. Deflationsgefahren verstärkten sich, auch weil bei dem Abgleich der Entwicklung der Verbraucherpreise der Ölpreiseffekt nicht so sehr zum tragen kommt. Im letzten Jahr kletterten die Rohölpreise auch sehr stark im Zuge der Protestbewegungen des arabischen Frühlings.

EZB-Sitzung

Am Devisenmarkt bleibt der Wechselkurs des Euros zum Schweizer Franken bei aktuell 1,2055 eingekeilt. Händler warten mit Spannung auf die Presskonferenz der Europäischen Zentralbank (EZB). Notenbankchef Mario Draghi könnte weitern Refinanzierungsgeschäften mit dreijähriger Laufzeit eine Absage erteilen. Der Leitzinssatz wird mit allergrößter Wahrscheinlichkeit bei 1,00 Prozent verharren.

Volkswirte rechnen ferner, dass die EZB ihre Wachstumsprognose für den Euroraum nach unten korrigiert. Bisher gehen die Währungshüter noch von einer Erhöhung des Bruttoinlandsproduktes um +0,3 Prozent aus. Gleichzeitig dürfte man den Inflationsausblick nach oben schrauben. In der Eurozone liegt die jährliche Teuerung aktuell bei +2,7 Prozent.