6.3.12

EUR/CHF beendet Aufwärtstendenz und ist eingekeilt bei 1,2055


Am Devisenmarkt reißt der Euro-Aufwärtstrend ab. Der Schweizer Franken übernimmt wieder das Kommando und drückt die europäische Gemeinschaftswährung von EUR/CHF 1,2065 auf 1,2055. Ein Ausbruch aus der Keilformation scheitert. Europas nicht mehr vorhandenes Wirtschaftswachstum und eine 1-Billionen-Euro-Griechenland-Warnung belasten.

Der Mikro-Aufwärtstrend beim Eurokurs CHF findet ein Ende an der Trendlinie. Dadurch kommen die Tiefstände vom Februar bei EUR/CHF 1,2030 und 1,2040 in Reichweite. Die Kursschwankungen bleiben extrem niedrig. Neben dem Bruch der Abwärtstrendlinie müsste der Eurokurs auch noch den 21-Tage Durchschnitt überspringen, der aktuell bei EUR/CHF 1,2070 notiert, um einen wirklichen Befreiungsschlag zu schaffen.

Im Euroraum schrumpfte die Wirtschaft um -0,3 Prozent im vierten Quartal 2011 gegenüber dem Vorquartal, meldet die europäische Statistikbehörde Eurostat. Der Rückgang der Konsumausgaben fällt mit -0,4 Prozent stärker aus, was auf die Sparprogramme zurück zuführen ist. Volkswirte rechnen für das erste Quartal 2012 mit einer weiteren Abnahme der Wirtschaftsleistung, so dass die Bedingungen für eine Rezession erfüllt wären.

Derweil warnt der Internationale Bankenverband (IIF) vor enormen Kosten einer griechischen Staatspleite. Diese könnten sich auf über eine Billion Euro belaufen, wenn man die Rekapitalisierungskosten griechischer Banken (160 Mrd. Euro), Forderungsausfälle der EZB (177 Mrd. Euro) und den Finanzierungsbedarfs von Italien, Spanien, Irland und Portugal (730 Mrd. Euro) zusammenrechne.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) wird morgen einen weiteren Rückgang ihrer Fremdwährungspositionen melden, sagen Analysten. Weil die SNB kaum interveniert habe, könnte der Gegenwert der Devisenreserven auf 200 Milliarden Franken fallen. Ende Januar 2012 hatte die Nationalbank Fremdwährungen in Höhe von 227 Milliarden Franken in ihren Tresoren eingelagert.

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