15.02.12

Der Euro hangelt sich bergab auf 1,2063 CHF, Griechen-Blockade

Die Einheitswährung Europas befindet sich gegenüber dem Schweizer Franken wieder auf einer Talfahrt. So sinkt der Eurokurs auf 1,2063 CHF, nachdem die Euro-Finanzminister eine Griechenland-Sitzung verschieben. Das Misstrauen gegenüber dem Athener Politikapparat erreicht einen neuen Höhepunkt. „Den Griechen wird nicht getraut“, sagen Brüsseler-Diplomaten.

Der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos beschwert sich darüber, dass einige Euroländer seine Hellenen nicht länger im gemeinsamen Währungsraum haben wollten. Gleichzeitig spricht er von einem Spiel mit dem Feuer. Bisher scheuten es die Euroländer die Griechen in die Staatspleite zu entlassen, weil die damit verbundenen Risiken für die Existenz des Euroraums zu groß waren.

Charttechnische Unterstützungen findet der Eurokurs bei 1,2061 CHF und bei 1,2032 CHF. Der nächste Widerstand liegt bei 1,2110 CHF. Zwar kletterte das Devisenpaar am 8. Februar 2011 auf EUR/CHF 1,2125. Allerdings handelte es sich um einen temporären Anstieg im Verlauf des Handelstages. Der Schlusskurs von EUR/CHF 1,2097 machte den Bruch wieder hinfällig.

Neuwahlen

Die für April 2012 geplanten Neuwahlen in Griechenland sind der EU offenbar der größte Dorn im Auge. Obwohl die Parteichefs der sozialistischen Pasok (43,9 Prozent) und der konservativen Neue Demokratie (33,5 Prozent) sich zur Fortsetzung des Reformkurses nach den Wahlen verpflichtet haben, hegt man in Brüssel große Zweifel.

Nach aktuellen Umfragen liegt die PASOK von Ex-Premier Giorgos Papandreou bei nur noch neun Prozent und die Konservativen von Antonis Samaras bei 27 Prozent. Damit hätte das Sparprogramm im griechischen Parlament keine Mehrheit mehr. Die rechten- und linken Ränder könnten gemeinsame Sache machen und die Reformen zurückdrehen.