14.02.12

Eurokurs vom ZEW unbeeindruckt bleibt unter 1,21 Schweizer Franken


Am Devisenmarkt fällt der Eurokurs auf 1,2078 Schweizer Franken. Die europäische Gemeinschaftswährung orientiert sich wieder Richtung Mindestkurs bei EUR/CHF 1,2000 zum Leidwesen vieler exportorientierter Unternehmen aus der Eidgenossenschaft. Positive Konjunkturdaten aus der Bundesrepublik Deutschland verblassen. In Südeuropa bleibt die Lage kritisch.

Der Eurokurs verharrt unter der Marke von 1,21 CHF, obwohl die ZEW Konjunkturerwartungen von -21,6 auf 5,4 Punkte steigen. Die derzeitige Konjunkturdelle in Deutschland dürfte sich nicht verfestigen, meldet das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und beruft sich dabei auf die von ihm befragten Finanzmarktexperten.

Die deutsche Wirtschaft habe gute Chance in der zweiten Jahreshälfte von einem leichten Aufwind zu profitieren. Entscheidend sei die Binnennachfrage, die von der guten Arbeitsmarktlage profitiere. So müssten sich Verbraucher keine Sorgen über ihre Arbeitsplätze machen. Wichtig bleibe jedoch die Lösung der Schuldenkrise, erläutert ZEW-Chef Wolfgang Franz.

Für den Euro geht es aktuell nach unten, weil die Schuldenkrise wieder in den Vordergrund rückt. Neben der prekären Lage in Griechenland müssen Italien, Spanien und Portugal Abstufungen ihrer Kreditwürdigkeiten durch die Ratingagentur Moody’s Investor Service in Kauf nehmen. In Spanien stiegen die Zinskupons für zehnjährige Staatsanleihen in den letzten zwei Wochen besonders kräftig von 4,84 auf 5,32 Prozent.

Unterdessen stellte der luxemburgische Finanzminister Luc Frieden die Zugehörigkeit Griechenlands zur Eurozone in Frage. Eine Staatspleite wäre die Chance für einen Neuanfang, sagte der luxemburgische Kassenwart in Washington. Gleichzeitig erteilte er eine Erhöhung des zweiten griechischen Hilfspaketes, das auf 130 Milliarden Euro veranschlagt ist, eine Absage.

Die griechische Regierung wird es laut aktuellen Berechnungen nicht schaffen, die geforderte Rückführung der Staatsverschuldung von 160 auf 120 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) bis zum Jahr 2020 hinzubekommen. Aktuell rechnen die Volkswirte im besten Fall mit einer Verringerung auf 136 Prozent des BIP.