16.02.12

Schweizer Franken gibt Eurokurs ein wenig Luft zum Atmen


Am Devisenmarkt kann sich der Euro ein wenig erholen und klettert auf 1,2071 Schweizer Franken. Zuvor fiel das Devisenpaar auf EUR/CHF 1,2061. Das Thema Griechenland wird den Finanzmärkten auch über das Wochenende hinaus erhalten bleiben. Erst am Montag wollen die Euro-Finanzminister entscheiden, ob man Athen weitere Milliarden überweist.

Bis dahin dürfte für den Eurokurs ein charttechnischer Widerstand bei 1,2110 CHF ein unüberwindbares Hindernis darstellen. Die Griechenland-Tragödie könnte sich noch monatelang hinziehen. Aktuell ist ein Überbrückungskredit im Gespräch, den man den Griechen zugestehen könnte, damit sie ihre Schulden bis zu den Wahlen im April 2012 bedienen können.

Nach den griechischen Parlamentswahlen würde sodann das Gefeilsche wieder von vorne losgehen. Das auf de EU-Gipfel Ende Oktober 2011 veranschlagte Rettungspaket in Höhe von 130 Milliarden Euro wird wohl kaum ausreichen, um die Staatsverschuldung wie geplant auf 120 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) bis zum Jahr 2020 zu verringern.

Selbst wenn die privaten Gläubiger den Griechen wie geplant 100 Milliarden Euro erlassen, schafft es Griechenland bestenfalls auf 136 Prozent des BIP zu kommen. So geht die Suche nach verzichtungswilligen Gläubigern weiter. Im Gespräch sind die Europäische Zentralbank (EZB) und der Euro Rettungsschirm (EFSF). Ferner könnte man die Zinsen und Laufzeiten für Rettungsgelder aus dem EFSF ein weiteres Mal senken bzw. verlängern.

Indes setzt das Schweizer Börsenbarometer seine Bergfahrt fort. Ungeachtet einer möglichen Staatspleite von Griechenland klettert der SMI auf 6.218 Zähler und markiert ein Sieben-Monats-Hoch. Seit Anfang Oktober 2011 hat das Aktienbarometer um +29,87 Prozent zugelegt. Zu Beginn des vierten Quartals 2011 war der SMI durch Schuldenkrise und Wirtschaftsabkühlung auf 4.788 Zähler zurückgeworfen worden.