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05.11.13

Euro wie Slalomfahrer auf dem Weg ins Ziel bei 1,20 Franken

Weil der Euro immer häufiger unter die Schwelle bei 1,23 Franken sinkt, könnte die Devisennotierung auf dem Weg zum Mindestkurs bei 1,20 Franken sein. Gefährlich dürfte es für die Gemeinschaftswährung im Falle einer Korrektur an den Aktienmärkten werden. Die meisten Großbanken wollen von Abwärtsrisiken beim Eurokurs CHF nichts wissen. Es gibt jedoch eine Ausnahme.


Aus charttechnischer Sicht hat der Euro zwei Probleme: Nachdem der Eurokurs im Mai 2013 auf ein Zweijahreshoch bei 1,2650 Franken geklettert war, konnte er nicht mehr nachlegen. Wie ein Slalomfahrer ging es in den letzten Monaten bergab. Das zweite Problem ist der 200-Tage-Durchschnitt. Die Linie wurde gerissen und weist inzwischen ein Gefälle auf. Dies ist ein Indiz dafür, dass der vor einem Jahr begonnene Aufwärtstrend abgehakt ist.

Die neuesten Prognosen zur Wechselkursentwicklung ignorieren größtenteils die technische Großwetterlage. Auf Sicht von drei Monaten rechnen die Großbanken mit einem Wechselkurs im Mittel von EUR/CHF 1,24. Ausnahme ist die Credit Suisse, die den Euro zu Jahresbeginn 2014 bei 1,22 Franken sieht. Hintergrund dürfte die These sein, dass der Schweizer Franken nicht überbewertet ist.

Es bleibt abzuwarten, ob es in den kommenden Wochen zu einer Korrektur an den Aktienmärkten kommt. Institutionelle Investoren könnten Kasse machen, weil sie ihre Vorgaben für dieses Jahr bereits erfüllt haben. Sollte die Börsen für mehrere Woche ins Minus drehen, würden zyklische Währungen wie der Australische Dollar oder der Neuseeländische Dollar unter Verkaufsdruck geraten.

Gleichzeitig stiege die Nachfrage nach sicheren Häfen, zu denen der Schweizer Franken gehört. Ein deutlicher Rückgang der Risikobereitschaft ist nach jetzigem Stand jedoch ein Extremszenario, weil die Notenbanken aufgrund von weltweit sinkenden Inflationsraten Spielraum haben, die Finanzmärkten uneingeschränkt mit Geld zu fluten.