25.11.16

Highlights der EUR/CHF-Kursentwicklung 2016, Vorschau 2017

Der Euro sank im laufenden Jahr von 1,09 auf 1,07 Franken. Dadurch hat sich die europäische Gemeinschaftswährung gegenüber dem Schweizer Franken um 2% abgeschwächt. Die EUR/CHF-Devisennotierung erreichte ein Jahreshoch am 4. Februar 2016 bei 1,1201. Ihr Jahrestief markierte sie am 24. Juni 2016 bei 1,0620.

Vor dem Hintergrund eines von China ausgehenden Börsenbebens und Befürchtungen einer US-Rezession konnte sich der Euro zu Jahresbeginn als sicherer Hafen gerieren. Zwar ist der Schweizer Franken ein noch besserer sicherer Hafen. Allerdings gibt es in der Eidgenossenschaft bei weitem nicht so viele Vermögenswerte für Großinvestoren wie in der Eurozone.

Eine weiteres Aufreißen der Geldschleusen der Europäischen Zentralbank (EZB) machte fortan dem Euro das Leben schwer. Die EZB erhöhte ihre monatlichen Anleihekäufe um 20 Milliarden Euro auf 80 Milliarden Euro. Als Brandbeschleuniger kam das Brexit-Votum hinzu. Ohne die Devisenmarktinterventionen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) wäre der Euro im Sommer wohl deutlich unter 1,06 Franken gefallen.

Es folgte bis September eine Erholung auf 1,10. Das Marktsentiment für den Euro am Devisenoptionsmarkt verbesserte sich sukzessive in den Wochen nach dem Brexit-Votum. Die Kehrtwende musste der Euro aber zu Beginn des 4. Quartals, als die Risikoprämien aufs neue begannen zu steigen, begraben. Wieder war eine Wahlentscheid, diesmal der Donald Trump zum 45. US-Präsidenten zu wählen, der Brandbeschleuniger.

Der Euro sank infolge bis zum 18. November 2016 auf 1,0685 Franken. Während der EUR/CHF-Kurs bis zum Jahresende nicht mehr an das Hoch bei 1,12 herankommen dürfte, ist die Konstellation beim Tief eine andere. Hier ist noch nichts in Stein gemeißelt, zumal am 4. Dezember 2016 ein Verfassungsreferendum in Italien ansteht, dessen Ausgang dem Euro schwer schaden könnte.

Damit der EUR/CHF-Kurs nach unten ausbüchsen kann, müsste er die Unterstützung bei 1,0690 aushebeln. Hier tummeln sich jede Menge Euro-Käufer. Unter ihnen dürfte auch die Schweizerische Nationalbank (SNB) sein, die mit ihre großvolumigen Euro-Stützungskäufen den Unterschied ausmachen kann.

Damit eine Jahresendrallye möglich wird, ist ein Widerstand bei 1,0825 zu überwinden. Hier lauern die Euro-Verkäufer, vor allem die Spekulanten vom Optionsmarkt. Sie wollen neue Short-Positionen aufbauen, weil sie davon ausgehen, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis der Euro unter das Brexit-Tief bei 1,0620 Franken abtaucht.

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