29.2.16

Europa-Ausblick: Es knirscht an allen Ecken und Enden

Griechenland soll Ende März 2016 pleite sein. Während der Grexit auf Wiedervorlage kommt, machen die Briten Nägeln mit Köpfen. Das Lager der Brexit-Befürworter geht in Führung. Über dem EUR/CHF-Kurs droht eine Unsicherheitswolke abzuregnen. Das Devisenpaar hat ohnehin schon Sand im Getriebe. Ist der jüngste Rückfall des Euros von 1,12 auf 1,0865 Franken erst der Anfang?

Der Internationale Währungsfonds (IWF) gehe davon aus, dass Griechenland bereits ab Ende März Schwierigkeiten haben werde, seine Schulden zurückzuzahlen, meldet "Spiegel Online". Bis dahin sind 5,5 Milliarden Euro fällig. Spätestens im Juni 2016, genau ein Jahr nach dem Beinahe-Rauswurf Griechenlands aus dem Euroraum, komme der Grexit sowieso auf Wiedervorlage, heißt es aus Brüssel.

Einen Ausstieg Großbritanniens aus der EU (Brexit) befürworten inzwischen 52%, wie aus einer aktuellen Umfrage des Instituts ORB für die Zeitung "The Independent" hervorgeht. Die Anzahl der Brexit-Befürworter liegt damit 4% höher als vor einem Monat. Hintergrund des Anstiegs dürfte der populäre Bürgermeister von London sein. Boris Johnson empfiehlt seinen Landsleuten der EU die kalte Schulter zu zeigen.

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Eine große Unsicherheitswolke schwebt über dem alten Kontinent. Die Krisen sind alle miteinander verbunden, wie folgendes Beispiel zeigt: Das Duo Angela Merkel und Nicolas Sarkozy (Merkozy) rettete Griechenland vor fünf Jahren vor einem Staatsbankrott, um die eigenen Banken zu schonen. Für die deutschen und französische Geldhäuser standen damals etwa 30 Milliarden Euro im Feuer. An dem Rettungspaket musste sich dann auch Italien beteiligen.


Das von Italien an Griechenland verliehene Geld fehlt nun bei der Sanierung der italienischen Banken, die faule Kredite von 200 Milliarden Euro in ihren Büchern haben. Flöge nun Griechenland aus dem Euro, würde Italien wackeln. Plötzlich müsste man wieder diskutieren, wie die Deutsche Bundesbank und die Banque de France über den IWF Geld an Italien verleihen könnten, weil das Land für einen Einsatz des Rettungsschirms zu groß ist.

In den Wechselkursprognosen finden die zahlreichen Krisen, in denen der Euroraum steckt, bisher kaum Gewicht. Die meisten Banken rechnen für das laufende Jahr mit Eurokursen bei 1,11 Franken. Käme es jedoch zu einem Abregnen der Unsicherheitswolke, müsste die Europäische Zentralbank (EZB) unverholen Billiggeld drucken, um Euroländer zu retten. Eine Abschwächung des Schweizer Frankens wäre vom Tisch, 1 Euro = 1 Franken die neue Normalität.

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