19.11.15

76% sehen Euro in 6 Monaten bei 1,05-1,09 Franken

Nun ist es wieder ein Drittel von Finanzmarktexperten, die mit einem Rückfall des Euros gegenüber dem Schweizer Franken liebäugeln. Die Europäische Zentralbank (EZB) hinterlässt mit denen in Aussicht gestellten Lockerungen ihre Spuren. Wäre der Euro eine Weichwährung, hätte der EUR/CHF-Kurs keine Chance über 1,10 zu steigen. Das Lager der Optimisten lichtet sich. Derweil steigt der Eurokurs den Finanzmarktexperten zum Trotz auf den höchsten Stand seit drei Wochen.


45,5% der Analysten prognostizieren eine Seitwärtsbewegung des Euros zwischen 1,0750 Franken und 1,09 Franken. Dies geht aus einer aktuellen Umfrage der Credit Suisse (CS) und des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hervor, an der sich 33 Analysten beteiligten. Vor einem Monat lag die Zahl jener, die eine auf der Stelle tretende Wechselkursentwicklung prognostizierte, mit 47,4% etwas höher.

Die Anzahl der Optimisten, die mit Eurokursen jenseits von 1,10 Franken rechnen, verringert sich um 7,4% auf 24,2%. Die größten Verschiebungen gibt es im Lager der Anstiegs-Gegner. 30,3% erwarten in den kommenden sechs Monaten einen Rückfall des Euro-Franken-Kurses. Das sind 9,3% mehr als noch im Oktober.

Indes steigt der Eurokurs mit 1,09 Franken auf den höchsten Stand seit Ende Oktober. Die Furcht vor einem Rückfall des Euros wegen einer möglichen Aufstockung der Käufe von Staatsanleihen durch die EZB schwindet. Zum einen kann die EZB nicht unendlich lockern, weil den Euro-Staaten aufgrund verschärfter Budgetregeln eine ausufernde Platzierung von Staatsanleihen untersagt ist.

Zum anderen hat die Schweizerische Nationalbank (SNB) genügend Instrumente in ihrem Werkzeugkasten, um die Maßnahmen der EZB zu egalisieren. Sie kann stärkere Interventionen am Devisenmarkt und/oder eine Zinssenkung durchführen. Darüber hinaus schießen Spekulationen ins Kraut, wonach die SNB künftig sämtliche Sichtguthaben von Banken, Pensionskassen etc. mit dem in der Schweiz gültigen Negativzins belegen könnte. Bisher gibt es sehr viele Ausnahmen.

Zum Thema:
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