21.04.15

Wird aus dem Flirt bei 1,02 ein Tête-à-tête mit der Parität?

Der Schweizer Franken nimmt dem Euro seine Gewinne wieder ab. Mauere Konjunkturdaten aus Europas größter Volkswirtschaft untermauern die Schwächephase der Gemeinschaftswährung. Aktuell steht der Euro-Franken-Kurs bei 1,0243. Schweizer Einkaufstouristen bekommen im nahen Baden-Württemberg knapp 0,98 Euro pro Franken.

"Die ZEW Konjunkturerwartungen für Deutschland verschlechtern sich im April 2015 zum ersten Mal seit Oktober 2014 (langfristiger Mittelwert: 24,8 Punkte). Der Index fällt gegenüber dem Vormonat um 1,5 Punkte auf einen Stand von 53,3 Punkten", teilt das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) mit. Ökonomen haben mit einem Anstieg auf 55,6 Zähler gerechnet.

Momentan flirtet der Euro-Franken-Kurs mit der Marke bei 1,02. Aufgrund der konsequenten Talfahrt der Wechselkursentwicklung könnte es sich hierbei um ein kurzen Flirt handeln. Das eigentliche Ziel dürfte ein Tête-à-tête mit 1,00 sein. Sollte der Euro auf die Parität zurückgeworfen werden, hätte er seit dem 20. Februar 2015, als er ein Hoch bei 1,0812 erreichte, 7,5 Prozent eingebüßt.

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Aus charttechnischer Sicht befindet sich der Euro-Franken-Kurs in zwei Abwärtstrends. Der langfristige hat seinen Ursprung im Oktober 2007. Damals hatte 1 Euro noch einen Wert von 1,6830 Schweizer Franken. Das Tief des Trendverlaufs wurde am 15. Januar 2015 erreicht, als der Euro nach dem Mindestkurs-Aus auf 0,86 Franken einbrach.

Technische Analysten sind der Meinung, dass der Euro erst noch einmal in den Bereich von 0,90 bis 1,00 Franken sinken muss, bevor eine Umkehrung des langfristigen Abwärtstrend in Betracht gezogen werden könne.

Ein kurzfristige Abwärtstrend hält die Devisennotierung seit zwei Monaten in ihrem Bann. Sollte der Eurokurs eine bei 1,02 Franken liegende Unterstützung brechen, wäre der Weg frei für einen Rückgang auf 1,00. Bei einem Bruch der Parität könnte es dann bis auf 0,9780 bergab gehen. Damit sich der Euro aus der Umklammerung des Abwärtstrends befreien kann, muss er über 1,05 Franken steigen.