14.04.15

1€ = 1,0295 CHF: Euro vor Draghis EZB in Deckung

Der Eurokurs purzelt auf 1,0295 Franken. So wenig wert war 1 Euro zuletzt vor zweieinhalb Monaten. Die Gemeinschaftswährung geht vor der turnusmäßigen Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) in Deckung. Ein kräftiger Anstieg der Industrieproduktion, der ein Indiz für einen strukturellen Aufschwung und einen Rückgang der Arbeitslosenrate sein könnte, kann die Talfahrt nicht aufhalten.

Knapp fünf Prozent hat der Euro in den letzten zwei Monaten auf den Schweizer Franken eingebüßt. Ausgangspunkt war ein am 20. Februar 2015 bei 1,0812 erreichtes Hoch. Die Talfahrt verschärfte sich im März, als die EZB damit begann Staatsanleihen zu kaufen. Weil Notenbankchef Mario Draghi auf der am Mittwoch stattfindenden Notenbanksitzung seine vor einem Jahr begonnene konsequente Lockerungspolitik fortsetzen könnte, ist der Euro derzeit chancenlos.


Mit dem Beschluss neuer Maßnahmen durch die EZB ist zwar nicht zu rechnen. Draghi könnte jedoch mit Worten agieren, in dem er einem vorzeitigem Ende der Staatsanleihen-Käufe eine klare Absage erteilt.

Die Industrieproduktion im Euroraum zog zuletzt sehr viel stärker an als erwartet. Im Februar erhöhte sich der Ausstoß um 1,1 Prozent gegenüber dem Vormonat, wie das europäische Statistikamt Eurostat heute mitteilte. Ökonomen hatten lediglich mit einer Zunahme um 0,3 Prozent gerechnet, nachdem die Industrieproduktion im Januar um 0,1 Prozent gesunken war.

Eine stärkere Produktion der Industrie in Verbindung mit einer höheren Kapazitätsauslastung nähren die Hoffnung auf eine Besserung der Lage auf dem Arbeitsmarktes. Viele Währungsexperten sind der Meinung, dass der Eurokurs ein Rückgang der Arbeitslosenrate im Euroraum unter acht Prozent benötigt, um auf 1,10 Franken oder höher steigen zu können.