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Chancenloser Euro: Warum der Franken stärker wird

Der Eurokurs sackt gegenüber dem Schweizer Franken weiter ab. Die Stärkephase der helvetischen Währung lässt sich nicht länger auf die Furcht vor einen Euro-Austritt Griechenlands (Grexit) zurückführen. Star-Investor Warren Buffett sieht die Eurozone ohne die Griechen im Vorteil, weil es dann neue Spielregeln gäbe. In Wahrheit ist die EZB dafür verantwortlich, dass 1 Euro bald nur noch 1 Franken wert sein könnte.

Zwischen dem 20. Februar und dem 2. April 2015 sinkt der Eurokurs von 1,0812 Franken auf 1,0392 Franken (-3,88 Prozent). Paradoxerweise hat sich die Talfahrt zuletzt trotz guten Konjunkturdaten intensiviert. Die Stimmung im produzierenden Gewerbe in Deutschland und Italien ist so gut wie seit knapp einem Jahr nicht mehr.

Noch besser läuft es in Spanien, wo der von Analysten wegen seines Charakters als Frühindikator eng beobachtete Einkaufsmanagerindex (PMI) auf den höchsten Stand seit acht Jahren steigt. Mit 54,3 Punkten hängt Spaniens PMI sein deutsches (52,8 Punkte) und italienisches Pendant (53,3 Punkte) ab. Werte über 50 Punkte signalisieren einen Konjunkturaufschwung.

1 Euro = 1 Franken

"Mein Gefühl kann mich täuschen, aber so langsam wird es für den Franken wieder ungemütlich", schreibt Lutz Karpowitz von der Commerzbank in einem aktuellen Währungskommentar. Lange Zeit handelte der EUR/CHF spürbar über 1,05, ohne dass die Schweizerische Nationalbank noch interveniert hätte. Nun bröckelten die Kurse zusehends, erläutert Karpowitz.

Neue Provokationen der griechischen Regierung stecken laut vielen Devisenexperten nicht hinter der Abwertung des Euros. Der für die Polizei und innere Sicherheit zuständige griechische Innenminister Nikos Voutzis droht damit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) eine am 9. April 2015 fällige Kreditrate in Höhe von 450 Millionen Euro nicht zurück zu zahlen.

"Sollten die Griechen rausgehen, müsste das nicht schlecht für den Euro sein", meint Warren Buffett. Ein Grexit könnte dazu führen, dass sich die Euroländer auf eine Fiskalpolitik einigten. Für den Euroraum könnte eine Beendigung der griechischen Euro-Mitgliedschaft sogar konstruktiv sein, erläutert Buffett im Gespräch mit dem Finanzsender CNBC.

Entscheidend für den Euro-Franken-Kurs sind Europäische Zentralbank (EZB) und Schweizerische Nationalbank (SNB). Die EZB lockert durch fortwährende Käufe von Staatsanleihen ihre Geldpolitik. Die SNB kann dem nichts entgegen setzen. Es scheint als habe der Markt die extremen Negativzinsen der SNB langsam verdaut, meint Karpowitz, dessen Commerzbank den Euro in den kommenden drei Monaten auf 1,00 Franken sinken sieht.

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