12.03.15

Schweiz spielt Roulette mit Frankenkurs

Den Lift nach unten nimmt der EUR/CHF-Kurs mit dem EUR/USD-Kurs nicht, den nach oben schon. Der Euro legt gegenüber dem US-Dollar um zwei Cents dazu. Daraufhin erhöht sich der Euro von 1,0620 Franken auf 1,0670 Franken. Ein renommiertes Schweizer Forschungsinstitut schraubt seine Euro-Franken-Prognose für das laufende Jahr von 1,01 auf 1,09 hoch.

Der von den Käufen von Staatsanleihen der Europäischen Zentralbank (EZB) so arg in Mitleidenschaft gezogene EUR/USD-Kurs sinkt auf ein 12-Jahrestief bei 1,0495. Als alles danach aussieht, dass der Gleichstand nur noch eine Frage von Tagen ist, kommt es zu einer plötzlichen Kehrtwende. Der EUR/USD-Wechselkurs klettert im Affenzahn auf 1,0685.

Wegen des starken Auf und Ab an den Devisenmärkten, das mit der Franken-Freigabe vor zwei Monaten begonnen hat, korrigiert das Forschungsinstitut BAK Basel Economics seine Wechselkurs- und Wachstumsprognosen. Die Konjunkturforscher rechnen für das laufende Jahr mit einen durchschnittlichen EUR/CHF-Kurs von 1,09 (bisher 1,01) bei eine Schweizer Wirtschaftswachstum von 1,0 Prozent (bisher -0,2 Prozent).

Die Schweizer Volkswirtschaft ist extrem abhängig von der Wechselkursentwicklung. Aus der Sicht vieler Politiker in Bern würde es daher sehr Sinn machen einen neuen Mindestkurs einzuführen. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) verlöre zwar ihre Glaubwürdigkeit endgültig. Im Vergleich zu dem massiven Arbeitsplatzverlusten wäre das aber das kleinere Übel.

Für 2016 unterstellt BAK Basel Economics bei einem Wachstum von 1,8 Prozent (bisher 0,9 Prozent) ein Austauschverhältnis EUR/CHF 1,13 (bisher 1,01).

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