31.03.15

Laut der Gängelband-Theorie kommt: 1 Euro = 1 Franken

Weil der Euro-Dollar-Kurs wieder am sinken ist, trüben sich die Perspektiven für den Euro-Franken-Kurs ein. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) beobachtet beide Devisenpaare mit Argusaugen, wie Notenbankchef Thomas Jordan zuletzt einräumte. Es geht um folgende Gretchenfrage: Wie sehr wird der Euro-Franken-Kurs in Mitleidenschaft gezogen, sollte 1 Euro nur noch 1 US-Dollar wert sein?

Die weitere Abschwächung des Euros gegenüber dem Dollar nach der Mindestkurs-Aufhebung habe gezeigt, wie enorm der zusätzliche Druck beim Festhalten an der 1,20er-Untergrenze geworden wäre, sagte SNB-Präsident Thomas Jordan. "Unter diesen Gegebenheiten wird offensichtlich, dass ein Mindestkurs von 1,20 Franken gegenüber dem Euro nicht mehr nachhaltig war", begründet Jordan den Überraschungscoup.

Wie sehr der Euro-Franken-Kurs am Gängelband des Euro-Dollar-Kurses hängt, zeigen die letzten Wochen. Am 20. Februar 2015, als der Euro mit 1,0812 Franken sein Post-Mindestkurs-Hoch erreichte, war 1 Euro 1,1430 Dollar wert. Aktuell notiert der Euro-Franken-Kurs bei 1,0430 - bei einem Euro-Dollar-Kurs von 1,0710.

Die Devisenexperten der Deutschen Banken prognostizieren bis Jahresende 2015 einen Rückgang des Euros auf 1,00 Dollar. Käme es dazu, dürfte der Euro-Franken-Kurs ebenfalls auf den Gleichstand abstürzen. Die jüngsten Aussagen von Jordan und seinen Kollegen legen aber nahe, dass man es soweit nicht kommen lassen will.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) steht bereit ihre Notenpresse anzuwerfen, wie sie auf ihrer letzten Sitzung noch einmal ausdrücklich hervor hob. Mit Euro-Stützungskäufen dürfte man versuchen den Euro-Franken-Kurs über der Parität zu halten, um eine allzu große Schadwirkung auf die Schweizer Wirtschaft zu verhindern.

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