23.3.15

Franken in der Zinsfalle: EUR/CHF-Kurs frohlockt mit 1,10

Der Eurokurs klettert von 1,0527 Franken auf 1,0601 Franken. Schweizer Banken wollen sich von ihrer eigenen Notenbank nicht länger schröpfen lassen. Untermauert wird die Stärkephase der Gemeinschaftswährung von einem Gewöhnungsprozess an die Käufe von Staatsanleihen der Europäischen Zentralbank (EZB).

Die Sichtguthaben von Schweizer Banken bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sanken von 383,66 Milliarden Franken per 27. Februar 2015 auf 376,50 Milliarden Franken per 20. März 2015. Dies ist ein Indiz dafür, dass die SNB keine Euro-Stützungskäufe durchführen muss. Der Euro-Franken-Kurs kann sich aus eigener Kraft über 1,05 halten. Dirty Floating ist nicht erforderlich.


Darüber hinaus zeigt der Rückgang, dass die Schweizer Banken aufgrund der negativen Verzinsung Geld von SNB-Konten abziehen. Täten sie es nicht, müssten sie einen Einlagensatz von -0,75 Prozent bezahlen. Schweizer Anleger sollen vermehrt im Ausland anlegen und so zur Schwächung des Frankens beitragen, erklärte Notenbankchef Thomas Jordan letzte Woche.

Dem Euro-Franken-Kurs bleibt auch ein Rückgang Richtung Parität erspart, weil sich die Märkte an das QE-Programm der EZB inzwischen gewöhnt haben. Pro Handelstag kaufen die nationalen Notenbanken des Eurosystems für etwa drei Milliarden Euro Staatsanleihen. Entgegen den Prognosen einiger Analysten gibt es genügend Verkäufer. Vor allem Staatsanleihen-Besitzer außerhalb des Euroraums treten ihre Papiere gerne an die EZB ab.

"Bereits die QE-Programme in den USA haben gezeigt, dass der größte Druck auf die Renditen meist am Beginn des Programms entsteht. Für den EUR heißt das: Sollten die Renditen nicht weiter fallen, dürfte auch von dieser Seite der Druck auf den EUR nachlassen", analysiert die Commerzbank.

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