27.01.15

Hat die SNB einen Euro-Mindestkurs bei 1,00 CHF eingeführt?

Der Euro-Franken-Kurs bekommt einen Dämpfer. Zunächst sieht alles nach einem Durchmarsch auf EUR/CHF 1,05 aus. Der Wechselkurs steigt auf ein Zweiwochenhoch bei 1,0380. Es folgt ein plötzlicher Rückgang um drei Prozent auf 1,0080. Ein so starkes Auf und Ab gab es seit mehr als drei Jahren nicht mehr. Hat die Schweizer Notenbank ihrer Finger im Spiel?

Vieles spricht dafür, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) den Fuß auf dem Gaspedal lässt. In der letzten Woche schöpfte die SNB 26 Milliarden Franken über die Notenpresse und tauschte sie gegen Euros ein, wie die Entwicklung der Giroguthaben zeigt. Mit den Stützungskäufen bewerkstelligte man, dass der Eurokurs wegen des gewaltigen Anleihekaufprogramms der EZB nicht Richtung 0,95 Franken abdriftete.

In den kommenden Wochen könnte es nun darum gehen, den Eurokurs über der psychologischen Marke von 1,00 Franken (Parität) zu halten.

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"Mein Ausblick für sechs bis zwölf Monate ist nach wie vor bei etwa 1,05 Franken per Euro", sagt die Devisenexpertin Jane Foley von der Rabobank. "Ich habe meine Zweifel daran, dass die SNB es akzeptieren kann, den Euro bei oder unterhalb der Parität für einen ausgeweiteten Zeitraum zu sehen".

Sollte die Expertin richtig liegen, würde das de facto bedeuten, dass die SNB einen inoffiziellen Euro-Mindestkurs bei 1,00 Franken klammheimlich durch die Hintertür eingeführt hat.

Spekulanten wittern bereits Morgenluft. Sie könnten bei einem Rückgang zur Parität den Euro kaufen, in dem Glauben, die SNB werde genügend Firepower für ein Hochschiessen des Euros auf 1,10 Franken bereit stellen. Den Stop-Loss Auftrag einer solche Devisenwette würde man bei EUR/CHF 0,95 platzieren.