19.12.14

Franken-Kreditnehmer frohlocken mit Mindestkurs-Erhöhung

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) wehrt sich mit der Einführung von negativen Zinsen gegen ihre vor Kraft strotzende Landeswährung. Der Euro-Franken-Kurs klettert daraufhin in Windeseile von 1,2006 auf 1,2095. Es folgt ein rascher Rückgang auf 1,2035. Damit sich wirklich etwas für Franken-Kreditnehmer ändert, muss die SNB den Euro-Mindestkurs auf 1,25 Franken anheben. Die Chancen dafür steigen rasant.

"In den letzten Tagen haben verschiedene Faktoren zu einer stärkeren Nachfrage nach sicheren Anlagen geführt. Die Einführung von Negativzinsen macht das Halten von Frankenanlagen weniger attraktiv und unterstützt damit den Mindestkurs", heißt es in der SNB-Mitteilung. "Die Nationalbank ist bereit, wenn nötig unbeschränkt Devisen zu kaufen und weitere Maßnahmen zu ergreifen."

Mit weiteren Maßnahmen ist die Erhöhung des Mindestkurses gemeint. Bisher galt ein solcher Schritt als wenig wahrscheinlich, weil die Risiken einer Pleite der Nationalbank deutlich zunehmen würden. Darüber hinaus wäre ein künstlicher Eurokurs bei 1,25 Franken aus volkswirtschaftlicher Sicht nicht gerechtfertigt, weil das Wachstum in der Schweiz größer und die Geldentwertung kleiner sind als im Euroraum.

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Allerdings verdichten sich die Anzeichen, dass man in Zürich bereit ist, bis zum Äußersten zu gehen. SNB-Präsident Thomas Jordan wurde gerade für eine weitere Amtszeit bestätigt. Vieles spricht nun dafür, dass die SNB auf ein Kaufprogramm von Staatsanleihen der Europäischen Zentralbank (EZB) mit einer Anhebung des Euro-Mindestkurses auf 1,25 Franken antworten wird.

Käme es zu diesem Szenario, dürften noch mehr Franken-Kreditnehmer die Gunst der Stunde nutzen und Ade zu ihrem Darlehen sagen. In vielen Fällen würde die bereits vereinnahmte Zinsersparnis gegenüber einer Euro-Finanzierung den Wechselkursverlust ausgleichen, so dass man mit dem Kredit, dank kräftiger Mithilfe der Schweizerischen Nationalbank, in der Gewinnzone landen würde.

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