11.12.14

Franken in Flammen: Ölpreissturz erzeugt Deflationsfeuer

Am Devisenmarkt kommt es zu einem überraschenden Anstieg des Euros von 1,2013 Franken auf 1,2035 Franken. Als Auslöser nennen Händler den Absturz des Ölpreises. Rekordtiefs bringen ohnehin schon tief angesetzte Inflationsprognosen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) ins Schlingern. Neues Motto: 3 Jahre Mindestkurs und 5 Jahre drauf. Für Spekulanten ist das hochinteressant.

Die Nordseeölsorte Brent sinkt auf ein neues Tief bei 63,40 Dollar pro Fass. So günstig war Brent zuletzt zu Zeiten der Finanzkrise im Oktober 2009. Amerikanisches West Texas Intermediate (WTI) erreicht bei 60,40 Dollar den niedrigsten Stand seit fünfeinhalb Jahren. Ein Abrutschen in den 50-Dollar-Bereich scheint nur eine Frage der Zeit zu sein.

Eine Dekade Mindestkurs

"Wir können uns gut vorstellen, dass die Inflationsprognose für 2015 leicht in die negative Zone rutscht", zitiert die Handelszeitung Alexander Koch, Ökonom bei der Raiffeisenbank Schweiz. Es geht um die Inflationsprognose der SNB für 2015, die aktuell bei 0,2 Prozent liegt. In Anbetracht auf breiter Flur fallender Energiepreise dürfte die Nationalbank die Vorhersage senken.

Dies hätte unmittelbare Auswirkungen auf den Fortbestand des im September 2011 bei 1,20 Franken eingeführten Euro-Mindestkurs. Solange die Inflation unter der Einprozentmarke liege, sei mit einem Ende der Mindestkurspolitik nicht zu rechnen, sagen SNB-Beobachter. Momentan sieht es danach aus, dass die Inflation in der Schweiz frühestens im Jahr 2018, vielleicht auch erst 2019 oder 2020 wieder auf 1,0 Prozent steigt.

Weil die SNB offiziell ausgibt die Mindestkurspolitik zur Bekämpfung von Deflationsgefahren zu betreiben, preisen die Finanzmärkte nun eine Beibehaltung der Untergrenze bis zum Ende der Dekade ein. Dies dürfte wiederum den einen oder anderen Spekulanten anlocken, der mit dem Mindestkurs im Rücken hohe Summen auf einen Euro-Anstieg wettet.

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