28.11.14

Euroraum bleibt auch 2015 kranker Mann der Weltwirtschaft

Der Schweizer Franken nimmt dem Euro seine Gewinne wieder ab, und so nähert sich der Wechselkurs EUR/CHF 1,20. Ein trübe Beschäftigungs- und Wachstumsperspektive für den Euroraum untermauert die Schwächephase der Gemeinschaftswährung. Aktuell steht der Eurokurs bei 1,2015 Franken. 1 Franken besitzt einen Gegenwert von 83,23 Euro-Cents.


"Die Konjunkturerholung in der Euro-Zone dürfte viel schwächer ausfallen als noch vor wenigen Monaten erwartet, die Inflation noch länger als gedacht niedrig bleiben", prognostiziert die OECD-Chefvolkswirtin Catherine Mann.

Gemäß der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ist der Euroraum der kranke Mann der Weltwirtschaft. Für das laufende Jahr rechnet die Organisation mit einem Wirtschaftswachstum in der Eurozone von 0,8 Prozent, das 2015 auf 1,1 Prozent anziehen soll.

Es sei erstaunlich, dass es Ländern wie Italien und Frankreich nicht gelinge, trotz Niedrigzinsen, weit geöffneten Geldschleusen der Europäischen Zentralbank (EZB) und den tiefen Ölpreise ein wirtschaftliches Wachstum von mehr als einem Prozent zu schaffen, sagen Ökonomen.

Die zweit- und drittgrößte Volkswirtschaft des Euroraums bräuchten ein Wachstum von 1,5 Prozent, um von der hohen Sockelarbeitslosigkeit herunterzukommen. Um das zu erreichen, müsste man allerdings Lockerungen der Arbeitsmärkte und Bürokratieabbau durchführen. An die beiden heißen Eisen traut man sich in Paris und Rom nicht heran.

Stattdessen vertraut man darauf, dass die Europäische Zentralbank (EZB) demnächst damit beginnen wird, Staatsanleihen zu kaufen. Dies brächte die Schweizerische Nationalbank (SNB) wiederum in Zugzwang ihre Geldpolitik auszuweiten. Täte sie es nicht, müsste sie den Euro-Mindestkurs bei 1,20 Franken preisgeben.

Weiterlesen:
Dieser Chefökonom will dem Mindestkurs den Gar ausmachen