31.10.14

Goldinititiave landet in der Sackgasse

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) nimmt durch einen Rekordgewinn Befürwortern der Goldinitiative den Wind aus den Segeln. Darüber hinaus könnte das Stimmvolk die Talfahrt des Goldpreises dazu verleiten, am Altbewährten festzuhalten.


28,5 Milliarden Franken Gewinn machte die SNB in den ersten neuen Monaten des Jahres. Größter Einzelposten sind Fremdwährungspositionen, die 25,2 Milliarden Franken in die Kassen der Nationalbank spülten. Besonders profitiert man von der Aufwertung des US-Dollar, der 29 Prozent des Fremdwährungsbestandes ausmacht.

Wer glaubt, dass die SNB mit ihrem Gewinnpotential schon das Ende der Fahnenstange erreicht, der irrt. Fast nicht mehr vorstellbar wäre der Gewinn, wenn der Euro gegenüber dem Schweizer Franken aufwerten würde.

Sollte der Euro auf 1,25 Franken oder höher steigen, könnte die Nationalbank aufs Jahr hochgerechnet zu einem Gewinn von 100 Milliarden Franken und mehr kommen. Hintergrund sind die im Zuge der Mindestkursverteidigung angehäuften Euro-Reserven, die 45 Prozent des Fremdwährungsbestandes ausmachen.

Goldinitiative

Unterdessen sinkt der Goldpreis auf den tiefsten Stand seit vier Jahren. Die Feinunze (31,1 Gramm) kostet nur noch 1.167 Dollar bzw. 1.120 Franken.

Die Annahme der Goldinitiative würde die Glaubwürdigkeit der SNB bei der Verteidigung der Euro-Untergrenze schwächen, sagen die Währungsexperten der Bank of America Merrill Lynch. Der Schweizer Franken könnte sodann ähnlich stark aufwerten wie vor drei Jahren.

Weiterlesen: Stimmvolk kann Euro auf 1,20 CHF schubsen

Im August 2011 sank der Eurokurs auf ein Allzeittief bei 1,0067 Franken. Wenige Wochen später führte die Nationalbank den Mindestkurs ein.

Wenn sich das Schweizer Stimmvolk für eine Annahme der Goldinitiative entscheidet, würde dies wahrscheinlich zu einem wirtschaftlichen Nachteil der Schweiz führen, weil sich die Perspektiven für die Exportunternehmen eintrübten.

Die Schweizerinnen und Schweizer entscheiden sich aber nicht nur ausschließlich nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten, wie die Volksabstimmung gegen Masseneinwanderung bereits zeigte.