17.07.14

Schüchterne EZB hält den Euro über 1,20 Franken

Je tiefer die Inflationsrate in der Eurozone sinkt, desto stärker geht es dem Außenwert des Euros gegenüber dem Schweizer Franken an den Kragen. Derweil muss die Europäische Zentralbank (EZB) aufpassen das sie den Zug nicht verpasst. Internationale Investoren finden ihr Vorgehen viel zu schüchtern.



Die Verbraucherpreise in der Eurozone stiegen im Juni nur um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, wie das europäische Statistikamt Eurostat heute mitteilte. Bereits im Mai hatte die Inflationsrate bei 0,5 Prozent gelegen. Das Ziel der EZB, die Teuerung auf knapp unter zwei Prozent zu bringen, rückt immer weiter in die Ferne.

Dem Eurokurs gefällt die niedrige Geldentwertung überhaupt nicht, wie die Grafik zeigt. Als die Teuerung im Juli 2013 noch bei 1,6 Prozent gelegen hatte, war die Gemeinschaftswährung noch 1,2396 Franken wert. Inzwischen kostet 1 Euro nur noch 1,2150 Franken.

Es sei die Furcht vor geldpolitischen Lockerungen, die den Euro-Franen-Kurs immer weiter nach unten abdriften ließen, sagen Devisenexperten. Sollte die Teuerung in den kommenden Monaten weiter fallen, müsste die EZB damit beginnen Staatsanleihen zu kaufen, um das Deflationsgespenst zu vertreiben.

In Anbetracht der schwachen Konjunktur und den Deflationsgefahren sei die EZB mit ihrer Geldpolitik bisher viel zu schüchtern. Zu diesem Ergebnis kommt eine von dem Finanzdienst Bloomberg durchgeführte Umfrage unter internationalen Investoren.

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