04.07.14

Alle warten jetzt auf Yellens Inflationsausrede

Die Arbeitslosenrate sinkt auf 6,1 Prozent, die Wirtschaft wächst um 2,5 Prozent und dennoch macht die US-Notenbank überhaupt keine Anstalten von ihrer Niedrigzinspolitik abzuweichen. Fed-Chefin Yellen leugnet Fehler. Dass sie so uneinsichtig ist und überhaupt keine Verantwortung übernehmen will, ist schockierend. Der US-Normalbürger kann sich auf deftige Inflationsraten einstellen.

Die Fed habe eine total weiße Weste. Der frühere Vorsitzende Alan Greenspan hätte mit seiner Niedrigzinspolitik eben nicht die Finanzkrise 2008 verursacht, sagte die aktuelle Fed-Chefin Janet Yellen sinngemäß in einer Rede beim Internationalen Währungsfonds (IWF) am Mittwoch. Erhöhungen der Leitzinsen seien auch nicht das richtige Werkzeug, um Finanzblasen zu bekämpfen.

Yellen kontert damit eine Aufforderung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIS). Die in Basel ansässige Zentralbank der Zentralbanken hatte am Sonntag Zinserhöhungen zur Eindämmung von Risiken für die Finanzstabilität gefordert. Die Fed-Chefin will von Zinserhöhungen aber nichts wissen und so leugnet sie schlicht, dass die Geldpolitik Finanzblasen mitverursacht.

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An den Finanzmärkten wartet man gespannt auf die nächste Ausrede, die Yellen wegen der steigende US-Inflation demnächst präsentieren muss. Die jährliche Teuerung in den USA lag zuletzt bei 2,1 Prozent. Allerdings hat die Fed schon ein wenig vorgebaut. Sie besitzt nämlich ihr eigenes Inflationsbarometer, den sogenannte PCE-Index. Der liegt, wen wundert es, natürlich unter zwei Prozent.

Dies könnte sich jedoch in den kommenden Monaten ändern. Bei einem Absacken der US-Arbeitslosenrate unter die Marke von sechs Prozent, nehme der Inflationsdruck überproportional zu, sagen Ökonomen.

Sodann müsste Yellen eine neue Ausrede präsentieren. Wenn sie ihrem bisherigen Motto treu bleibt, wird sie sagen, dass alles nur vorübergehend ist und die anziehende Teuerung überhaupt nichts mit den niedrigen Zinsen und den billionenschweren Ankaufprogrammen der Fed zu tun haben.

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