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17.10.13

Wegen Fed-Egomanie knickt Euro auf 1,2310 Franken ein

Am Devisenmarkt geht der Euro-Franken-Kurs nach der Einigung im US-Haushaltsstreit in die Knie. Die Gemeinschaftswährung sinkt von 1,2360 auf 1,2310 Franken. Hintergrund ist ein Schwächeanfall des US-Dollars, der über Umwege das Devisenpaar EUR/CHF erreicht. Amerikas Druckerpresse könnte den Rest der Welt in die nächste Krise stürzen.

Die USA haben einen Finanzkollaps vorerst abgewendet. Aufgrund der Kurzfristigkeit der Lösung bleiben viele Investoren jedoch an der Seitenlinie. Eine Erleichterungs-Rallye an den Börsen findet nicht statt. Die Märkte müssen damit klar kommen, dass es in wenigen Wochen zwischen Demokraten und Republikanern erneut krachen wird.

Auf der anderen Seite steht die US-Notenbank Fed, die in die Rolle eines Erfüllungsgehilfen des Politikapparates hineingerutscht ist. Der scheidende Zentralbankchef Ben Bernanke hatte auf der Septembersitzung des Offenmartkausschusses (FOMC) eine Drosselung des massiven Anleihekaufsprogramms (QE3) mit dem Verweis auf den sich anbahnenden Haushaltsstreit verhindert.

Egomanin löst Egomanen ab

Seine Nachfolgerin, Janet Yellen, dürfte die Verringerung der Käufe weiter verzögern. Zum einen gilt Yellen als Verfechterin einer ultralockeren Geldpolitik. Zum anderen muss sie auf den US-Kongress schauen. Der US-Verwaltung droht am 15. Januar 2014 der nächste Shutdown. Am 7. Februar 2014 wird zum dritten Mal in weniger als drei Jahren die Schuldenobergrenze erreicht sein.

"Es ist keine gute Politik", sagte der kanadische Finanzminister Jim Flaherty über die Geldpolitik der Fed auf dem G20-Gipfel in Russland. Die quantitative Lockerung der USA sei das "Drucken von Geld". Die USA sollten diese Sache so schnell wie möglich beenden, forderte Flaherty.

Die Fed kauft jeden Monat für 45 Milliarden Dollar US-Staatsanleihen und für 40 Milliarden Dollar Immobilienpapiere. Am Ende der Kette ist diese Politik auch gefährlich für den Eurokurs CHF, weil sie die Europäische Zentralbank (EZB) unter Zugzwang bringt der Dollarschwemme etwas entgegenzusetzen.

Weil ein zu starker Wechselkurs des Euros gegenüber der Leitwährung US-Dollar den konjunkturellen Aufschwung im Euroraum abwürgen könnte, hat die EZB bereits neue Notkredite sowie eine Leitzinssenkung in Aussicht gestellt.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) kann de facto ihre Geldpolitik nicht noch stärker lockern. Somit vergrößern die von den USA ausgesendeten Ansteckunsgeffekte den Aufwertungsdruck des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro.