17.12.13

Für Franken-Kreditnehmer ist diese Euro-Talfahrt irrational

Die Talfahrt des Euros gegenüber dem Schweizer Franken dürfte Franken-Kreditnehmern ein wenig Bauchschmerzen bereiten. Der auf zwei Rappen geschmolzene Sicherheitsabstand zeigt, dass eine konjunkturelle Erholung im Euroraum nicht notwendigerweise zu einer Abschwächung der Schweizer Landeswährung führt. Das Gegenteil ist der Fall.

Am Devisenmarkt kostet die Gemeinschaftswährung aktuell mit 1,22 Franken so wenig wie zuletzt vor sieben Monaten. Kapitalströme drücken das Währungspaar immer dichter an die 1,20er Untergrenze der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Gute Konjunkturdaten aus dem Währungsblock können daran nichts ändern.

Die Konjunkturerwartungen für den Euroraum sind auf den höchsten Stand seit knapp zehn Jahren gestiegen. Der Index kletterte von  60,2 Punkten im November auf 68,3 Zähler im Dezember, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) heute mitteilte. Der deutsche ZEW-Index stieg mit 62,0 Punkten auf den höchsten Stand seit April 2006.

In Anbetracht der guten Konjunkturdaten dürfte Bundeskanzlerin Angela Merkel ihre Rentenversprechen in Milliardenhöhe problemlos erfüllen können. Die Ökonomen des Münchner Ifo-Instituts rechnen für 2014 mit einem kräftigen Wachstum des deutschen Bruttoinlandsproduktes. Das Plus soll bei 1,9 Prozent liegen.

Es ist ruhig geworden um die Schuldenkrise im Euroraum. Für Franken-Schuldner hat sich die Lage dennoch zugespitzt. Ein Franken-Kredit, der Anfang 2000 zu einem Gegenwert von 150.000 Euro aufgenommen wurde, weist beim heutigen Eurokurs von 1,22 CHF eine Kreditschuld von 188.114 Euro auf. Stünde der Euro bei 1,2650, wie im Mai 2013, wären es 181.423 Euro.

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