20.01.13

Euro bei 1,26 CHF! Fremdwährungskreditnehmer schauen hin

Die Abwertung des Schweizer Frankens bleibt in aller Munde. Am Freitag kletterte der Eurokurs im Hoch auf 1,2570 CHF. Das war sein höchster Stand seit Mai 2011. Die eidgenössische Währung verbilligte sich auf 79,55 Euro-Cents. Wer an dieser Stelle ein Fremdwährungsdarlehen konvertierte, sparte tausende von Euros. Es dürfte sich lohnen die Kursentwicklung in den kommenden Wochen ganz genau im Auge zu behalten.

Bei einem endfälligen Darlehen mit einer Kreditsumme von 200.000 Franken musste man vor dem Blitzanstieg der Gemeinschaftswährung 165.494 Euro aufbringen bzw. sich in mit dieser Summe in einem festverzinslichen Euro-Kredit verschulden. Der für die Konvertierung relevante Wechselkurs lag bei 1,2085 CHF.

Kalkuliert man zu einem Eurokurs von 1,2570 CHF, ergibt sich eine Restschuld in Höhe von 159.109 Euro. Das sind 6.385 Euro, die sich mit ein wenig Aufmerksamkeit für die Devisenmärkte sparen lassen. In den meisten Fällen dürfte das Einsparpotential für österreichische Fremdwährungskreditnehmer bei etwa zwei Monatsgehältern liegen.

Euro bald bei 1,30 CHF?

Es könnte aber noch besser kommen. Mehrere Großbanken, darunter die Deutsche Bank und die Citigroup, halten mittlerweile einen Anstieg des Euros auf 1,30 CHF für möglich, wie die Basler Zeitung berichtet (Samstagsausgabe). Hintergrund der pessimistischen CHF Prognose ist das Auflösen von Verlustpositionen.

Investoren haben in der ersten Jahreshälfte 2012 massiv den Schweizer Franken gekauft, um sich vor einem Finanzkollaps im Zuge der europäischen Schuldenkrise abzusichern. Diese Positionen müssten nun aufgelöst werden, weshalb die Explosion beim Wechselkurs des Euros zum Schweizer Franken weiter gehen könnte.

"Die Abschwächung des Frankens ist möglicherweise nur eine vorübergehende Erscheinung", warnt der Devisenexperte Thomas Flury von der UBS. Die gegenwärtigen Handelsvolumina seien vergleichsweise gering. Anleger blieben vorsichtig und hielten an ihren Frankenpositionen fest, prophezeit Flury und nimmt damit die Gegenposition zur Deutschen Bank und Citigroup ein.