21.01.13

Taucher zum Wochenauftakt / Euro droht Rücksetzer unter 1,24


Am Devisenmarkt startet der Kurs des Euros negativ in die neue Handelswoche. Die Gemeinschaftswährung notiert um 9:00 Uhr MEZ bei 1,2430 Schweizer Franken. Das sind 1,4 Rappen weniger als am vergangenen Freitag, als der Wechselkurs bei 1,2570 ein 20-Monatshoch erreichte. Gegenüber dem US-Dollar verharrt die europäische Leitwährung über der Marke von 1,33. Sie kostet gegenwärtig 1,3320 USD.

"Nein, der Euro wird nicht auf Dauer stark bleiben, aber der aktuelle Trend wird sich die nächsten Monate wohl fortsetzen", sagte der Chef für globale Währungsstrategie bei Morgan Stanley, Hans-Günter Redeker, im Gespräch mit dem Magazin "Format". Redeker bezieht seinen auf mittlere Sicht düsteren Euro-Ausblick auf die Relation zum Schweizer Franken und zum Dollar.

Die Dollarkurs Prognose von Morgan Stanley sieht den Euro bis Juni auf 1,36 USD steigen. Anschließend werde es bis Ende 2014 zu einem drastischen Rückgang auf 1,12 USD kommen, prophezeit Redekers Expertenteam. Der Euro könne derzeit zulegen, weil europäische Banken ihre Bilanzen verkleinerten und sich stärker auf das Geschäft in Europa konzentrierten.

Wenn dies abgeschlossen sei, käme die Gemeinschaftswährung unter Verkaufsdruck. Das Prinzip gelte auch für den Kurs des Euros zum Schweizer Franken, der gemäß dieser Einschätzung wieder Richtung Mindestkurs bei 1,20 oder sogar darunter absacken würde.

"Der Euro-Franken-Kurs käme ungefähr bei 1,05 Franken zu liegen", sagte Redeker im August 2012 dem Schweizer Finanzportal Cash. Bei dieser hypothetischen Schweizer Franken Prognose wurde der Mindestkurs bei 1,20 heraus gerechnet. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) steuert seit Anfang September 2011 den Eurokurs CHF über einen Mindestkurs. Sie sieht bisher keine Notwendigkeit davon abzuweichen.