02.01.13

Der Euro bekommt seinen erwarteten Anstieg nach US-Kompromiss


Am Devisenmarkt klettert der Eurokurs zum Jahresauftakt auf 1,2086 CHF. Gegenüber dem US-Dollar wird die Gemeinschaftswährung zu 1,3293 gehandelt. Kurz vor der Öffnung der Finanzmärkte hat sich Washington auf ein Kompromisspapier verständigt. Dieses passierte den Senat und das Repräsentantenhaus und verhindert in letzter Sekunde den Sturz von der Fiskalklippe.

Die Finanzmärkte reagieren mit Erleichterung. An den Aktienmärkten deuten die Futures auf Kursgewinne hin. Damit steigt die Risikofreude und mit ihr der Eurokurs. An Silvester kostet die Gemeinschaftswährung im Tief 1,2068 CHF und 1,3171 USD. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte die letzten Referenzkurse des zurückliegenden Jahres auf 1,2072 CHF und 1,3194 USD fest.

Durch das Ende des Etatstreits um die Fiskalklippe kommt es nicht zu automatischen Steuererhöhungen für Amerikas Mittelklasse. Viele der ursprünglich geplanten Ausgabenkürzungen werden nicht in Kraft treten. Die Oberschicht muss künftig höhere Steuern auf Erbschaften, Dividenden und Kapitalgewinne entrichten. Den Kompromiss kann der demokratische US-Präsident Barack Obama als Gewinn verbuchen.

Amerika fehlt es weiterhin an einen tragfähigen Haushaltsplan. Washington steht der nächste Verhandlungsmarathon ins Haus. Es geht wieder einmal um die Anhebung der Schuldenobergrenze. Was in der Vergangenheit oftmals eine Formsache war, nutzen die Republikaner seit knapp zwei Jahren als Druckmittel um Ausgabenkürzungen durchzusetzen.

Bis Ende Februar muss der US-Kongress die Schuldengrenze erhöhen, sonst käme es zu einem technischen Zahlungsausfall. Obama wird sich nicht länger vor Ausgabenkürzungen drücken können. Amerikas Haushalt lässt sich nicht nur über Steuererhöhungen für Reiche sanieren. Das dürfte auch den Demokraten klar sein.