17.12.12

Schluckauf beim Eurokurs CHF: Kurz auf 1,2094 nach Japan-Wahl

Der Euro hat sich gegenüber dem Schweizer Franken in den frühen Handelsstunden abgeschwächt. Die Gemeinschaftswährung klettert nach dem erdrutschartigen Wahlsieg der LDP-Partei bei den japanischen Parlamentswahlen im Hoch auf 1,2094 CHF. Zum Yen steigt der Euro auf ein Neunmonatshoch bei 111,04. Der Wechselkurs Euro Dollar erreicht mit 1,3187 den höchsten Stand seit Anfang Mai.

LDP Spitzenkandidat Shinzo Abe will es so richtig krachen lassen. Die Notenpresse soll noch viel umfangreicher als bisher angeworfen werden. Abe hat angekündigt das Inflationsziel der Bank von Japan (BoJ) von 1,0 Prozent auf 2,0 Prozent zu erhöhen. Die BoJ soll nach dem Geschmack der LDP solange Geld in die Wirtschaft pumpen, bis sich das Wachstum belebt.

Yen-Schwemme

Die jahrzehntelang nun an die Macht zurückgekehrt LDP ist mit einem breiten Mandat ausgestattet. Zusammen mit der New Komeito Partei kommt sie im Unteren Haus auf eine zwei Drittel Mehrheit. Damit kann die Koalition de facto jegliche Einwände des Oberen Hauses, in dem die Demokratische Partei (DPJ) des abgelösten Ministerpräsidenten Yoshihiko Noda die Mehrheit hat, überstimmen.

Für die Devisenmärkte ist Japans Wahlentscheidung von zusätzlicher Brisanz, weil die Amtszeit von Japans Notenbank-Gouverneur Masaaki Shirakawa im April endet. Wenn er nicht das machen sollte, was die LDP fordert, nämlich eine Yen-Geldschwemme unvergleichbaren Ausmaßes zu produzieren, könnte er abgelöst werden.

Zwar reagierte der Euro CHF mit einem kurzen Risikoschub und einem Anstieg auf knapp 1,21 auf Entscheidung des japanischen Wählers. Mittelfristig und langfristig sind die Ereignisse jedoch als negativ für den Kurs des Euros zum Franken einzuschätzen. Mit dem Yen verabschiedet sich ein sicherer Hafen. Dies könnte die Nachfrage nach dem Schweizer Franken und den skandinavischen Währungen weiter erhöhen.

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