06.12.12

Euro wieder < 1,21 CHF auf dem Weg ins alte Verhaltensmuster

Der Eurokurs kletterte am Mittwoch im Hoch auf 1,2167 Schweizer Franken. Mittlerweile hat sich die Gemeinschaftswährung wieder abgeschwächt und wird heute Donnerstagmorgen zu 1,2091 gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) fixierte gestern den Referenzkurs auf 1,2128 (Dienstag: 1,2136). Gegenüber dem US-Dollar fällt der Euro auf 1,3050 nach 1,3125 am Vortag.

Viele Devisenstrategen, darunter die Zürcher Kantonalbank (ZKB), rechnen nicht mit einer Fortsetzung der Aufwärtsbewegung des Euros zum Schweizer Franken. Eidgenössische Exporteure hätten Interesse sich bei 1,21 abzusichern. Sie tauschen die aus Zahlungseingängen herrührenden Euros in Franken und tragen dazu bei, dass der Wechselkurs absinkt.


Die kommenden Monate dürften schwierig werden für den Euro. Solange Spaniens Hilfegesuch beim Rettungsschirm ESM nicht unter Dach und Fach ist und die Europäische Zentralbank (EZB) beginnt Schuldscheine der viertgrößten Volkswirtschaft der Eurozone zu kaufen, bleibt die Unsicherheit groß.

Wie wenig Investoren Spaniens Regierung zutrauen, zeigte ein gestrige Anleiheauktion, bei der man trotz der rückläufigen Zinsentwicklung den oberen Zielwert am Markt nicht platzieren konnte. Spaniens Premier Mariano Rajoy fordert, dass die EZB solange Staatsanleihen kauft, bis der Renditeabstand zu deutschen Bundesanleihen bei zwei Prozent liegt.

Wenn der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy sich vorstelle, dass die Differenz höchstens 200 Basispunkte betrage, dann mache er einen Fehler”, sagte der ehemalige niederländische Zentralbankchef und EZB-Ratsmitglied Nout Wellink am vergangenen Freitag im Gespräch mit Bloomberg.