05.11.12

Eurokurs trudelt mit 1,2777 USD / 1,2061 CHF in US-Wahl

Der Euro fällt zum Beginn der Handelswoche auf ein Zweimonatstief bei 1,2777 Dollar. Gegenüber dem Schweizer Franken sinkt die Gemeinschaftswährung auf 1,2061 CHF nach 1,2080 am Freitag. „Risikobereitschaft, nein Danke“, signalisieren die Finanzmärkte. In den kommenden Tagen stehen die US-Präsidentschaftswahlen und die Tagung der Europäischen Zentralbank (EZB) an.

Für Amtsinhaber Barrack Obama könnte es noch einmal eng werden. Zwar berichtet die breite Medienlandschaft übereinstimmend, dass Hurrikan „Sandy“ Obama in der Wählergunst ein wenig nach vorne gebracht habe. Allerdings wählt der Nordsosten der USA traditionell die demokratische Partei. Entscheiden wird die Wahl wahrscheinlich der „Swing-State“ Ohio, in dem Sandy keine Verwüstung hinterließ.

Fed

Sollte es einen Überraschungssieger Mitt Romney geben, dann würde der Dollar gegenüber dem Euro mit großer Wahrscheinlichkeit aufwerten. Der auf Haushaltsdisziplin pochende Republikaner hat auch die US-Notenbank Fed im Visier. Romney könnte Anfang 2014 den Vorsitz der mächtigen Notenbank mit einem Kandidaten nach seinen Gusto besetzten, der die Geldpolitik weniger expansiv gestaltet als Ben Bernanke.

Unterdessen entfernt sich der Eurokurs immer weiter von der Marke bei 1,21 CHF. Die Gemeinschaftswährung könnte weiter fallen, weil die Zinsen für spanische Staatsanleihen am steigen sind. Dadurch verringert sich die Risikobereitschaft, was regelmäßig dem Schweizer Franken hilft aufzuwerten.

EZB

Die Zinsen für Spaniens Zehnjährigen klettern auf 5,74 Prozent nach 5,34 Prozent Mitte Oktober. Die Europäische Zentralbank (EZB) soll mehr Kredite in Form von Zentralbankgeld an spanische Banken ausgereicht haben, als es ihre Statuten zulassen, berichtet die deutsche Zeitung „Welt am Sonntag“. Bei der EZB-Tagung am kommenden Donnerstag wird Notenbankchef Mario Draghi zu dem Thema Stellung beziehen müssen.

Wenn der Italiener den Sachverhalt nicht aufklären kann, würde die Glaubwürdigkeit der EZB einen weiteren Kratzer erhalten. Vielleicht hat es die EZB mittlerweile zu obersten Priorität gemacht, Südeuropa mit billigem Zentralbankgeld zu versorgen. Die Achtung auf Preisstabilität komme an zweiter oder dritter Stelle. Dies wäre die Schlussfolgerung, sollte Draghi Ausreden präsentieren.