06.11.12

Bleiben dunkle Wolken über dem Euro nach der US-Wahl hängen?

Am Devisenmarkt bleibt der Euro gegenüber dem Schweizer Franken und dem US-Dollar ein Verkaufskandidat. Der Eurokurs fällt am Dienstag auf den niedrigsten Stand zwei Monaten. Im Tief kostete die Gemeinschaftswährung 1,2763 USD nach 1,2802 USD am Vorabend. Ein Euro war zuletzt 1,2070 Schweizer Franken wert. Die Europäische Zentralbank (EZB) legte den Referenzkurs zu Wochenbeginn auf EUR/CHF 1,2063 fest.


Ganz gleich wer die US-Präsidentschaftswahlen gewinnt, eines steht fest: Nach den Wahlen dürfte sich die Handlungsbereitschaft der amerikanischen Politik vergrößern. Republikaner und Demokraten werden in den kommenden Wochen nach einem Kompromiss suchen, um nicht über die „fiskale Klippe“ gehen zu müssen.

Anfang 2013 kommt es nach derzeitiger Gesetzeslage zu massiven Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen, die die US-Wirtschaft zurück in eine Rezession werfen könnten. Daran dürfte weder ein demokratischer Präsident noch ein republikanisch dominiertes Abgeordnetenhaus interessiert sein. Niedrige US-Zinsen signalsieren, dass die Finanzmärkte bereit sind, den Amerikanern das Geld zu geben, um die fiskale Klippe abzuflachen.

Spanien

Spanien bekommt fast kaum noch Geld von den Finanzmärkten. Ministerpräsident Mariano Rajoy sagte heute, er werde nur unter den Rettungsschirm schlüpfen, wenn die Zinsen andauernd hoch blieben. Die Schuldenkrise müsste sich nach dieser Logik erst ein weiteres Mal zuspitzen. Ferner forderte Rajoy die EZB indirekt auf, ein Zinsziel zu nennen.

Spaniens Premier möchte gerne vorher wissen, wie umfangreich die Käufe von spanischen Staatsanleihen der Europäischen Zentralbank ausfallen werden. Die Nennung eines Zinsziels will die EZB jedoch vermeiden, weil sie sonst von Spekulanten ausgetrickst werden würde.

Die spanische Regierung geht bisher davon aus, dass die Wirtschaft des Landes im nächsten Jahr um 0,5 Prozent schrumpfen wird. Die EU-Kommission werde am Freitag ihre Schrumpfungsprognose für Spanien auf -1,5 Prozent verringern, heißt es aus Brüssel. Madrids Annahmen seien „melancholiescherweise viel zu optimistisch“.