01.10.12

Nationalbank kann durchatmen, Mindestkurs wird nun akzeptiert

Die Schweizer Franken dümpelte zuletzt wenig entschlossen knapp unter 1,21 pro Euro. Allerdings ist die Lage keinesfalls mit der Lethargie des zweiten und dritten Quartals zu vergleichen. Die Nationalbank muss gegenwärtig nicht intervenieren, um den Mindestkurs bei 1,20 durchzusetzen. Dies zeigt die Entwicklung der Giroguthaben der Schweizer Banken bei der Notenbank.

In der Woche zum 28. September sanken die Guthaben nach Angaben der Schweizerischen Nationalbank (SNB) um 1,06 Milliarden Franken auf 291,45 Milliarden Franken. Es ist der zweite Rückgang in Folge. Die Giroguthaben gelten als Indiz, ob die SNB eingreifen muss, um die Untergrenze zu verteidigen. Die gegenwärtige Abnahme deutet darauf hin, dass die Fremdwährungsbestände rückläufig tendieren.

Wenn die Nationalbank Devisen kauft, schreibt sie den Gegenwert in Schweizer Franken auf dem Konto der jeweiligen Bank gut. Dadurch wachsen die Währungsreserven der SNB. Derzeit ist jedoch das Gegenteil der Fall, weshalb Devisenhändler und spekulative Akteure mit großer Spannung auf die Veröffentlichung der SNB-Fremdwährungsbestände zum Ende September warten.

Aktueller Eurokurs

Am kommenden Freitag legt die SNB die Zahlen vor. Analysten rechnen mit einer leichten Abnahme der Fremdwährungsbestände von 418 auf 415 Milliarden Franken. Es wäre der erste Rückgang seit Februar 2012. Der Eurokurs könnte daraufhin die nächste Mini-Explosion hinlegen und das September-Hoch bei 1,2182 CHF testen.

Aktuell notiert das Devisenpaar bei 1,2085. Gemischte Konjunkturdaten schränken die Bewegungsfreiheit ein. Die Schweizer Detailhandelsumsätze kletterten zwischen August 2011 und 2012 mit 5,9 Prozent kräftiger als erwartet. Allerdings gab der Schweizer Einkaufsmanagerindex für die Industrie deutlicher nach als von Ökonomen befürchtet. Der PMI sank im September um 3,1 auf 43,6 Zähler. Die Wachstumsschwelle von 50 Zählern rückt immer weiter in die Ferne.

Aus charttechnischer Sicht befindet sich der Eurokurs in einer Handelsspanne zwischen 1,2075 und 1,2125 CHF. Angesichts der rückläufigen Giroguthaben erscheint ein Ausbruch nach oben wahrscheinlicher. Darauf deutet auch die gegenwärtige Erholung des Euros zum Dollar hin. Das Devisenpaar steigt zum Wochenauftakt von EUR/USD 1,2803 auf 1,2890.