10.10.12

Jordan: „Mindestkurs auf absehbare Zeit die richtige Geldpolitik“

Der Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB), Thomas Jordan, bekräftigt die Aufrechterhaltung des Mindestkurses. Dieser sei auf absehbare Zeit die geeignete Form in der Schweiz die Geldpolitik zu betreiben, sagte Jordan bei einer Rede bei der Schweizer Handelskammer in Tokio. Die Bemerkungen deuten darauf hin, dass die SNB mindestens bis Ostern 2013 an der Euro-Untergrenze von 1,20 CHF festhalten dürfte.

Derzeit notiert der Eurokurs ein wenig leichter bei 1,2106 CHF. Am Dienstag kletterte die Gemeinschaftswährung zwischenzeitlich auf 1,2142 Franken. Gegenüber dem US-Dollar setzt der Euro seinen Abwärtstrend fort. Während des Vormittagshandels steht das Devisenpaar bei EUR/USD 1,2870, nachdem es im asiatischen Handel auf 1,2834 fiel. Das Hoch der letzten Woche bei 1,3070 rückt in die Ferne.

Sowohl der Schweizer Franken als auch der Japanische Yen seien sichere Häfen. Beide Länder hätten die die Auswirkungen der europäischen Schuldenkrise zu spüren bekommen, erklärte Jordan in Tokio. Die Nationalbank gehe davon aus, dass die Eurozone intakt bleibe. Man prognostiziert für die Schweiz ein Wirtschaftswachstum von einem Prozent.

EZB-Party vorbei

Japan kann sich wegen seiner Größe und der internationalen Handelspräsenz des Yen nicht mit einem Mindestkurs abschirmen, wie es die Schweiz tut. Der Yen Kurs liegt derzeit bei 78 pro Dollar und 100 pro Euro. Die Höchststände von USD/JPY 124 und EUR/JPY 169 der Jahre 2007 und 2008 sind weit entfernt.

Um Rückschlüsse über die zukünftige Kursentwicklung des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro zu erhalten, beobachten Devisenhändler das Unterstützungsniveau bei EUR/CHF 1,2070. Die charttechnische Marke hält bisher ohne ein Eingreifen der SNB. Zu dieser Schlussfolgerung gelangt man bei der Betrachtung der Giroguthaben der Geschäftsbanken bei der Nationalbank.

Ob die technische Unterstützung verteidigt wird, hängt nicht zuletzt von der Entwicklung des Euros zum Dollar ab. Entscheidend ist die Marke bei EUR/USD 1,2830. Wenn der Euro darunter fällt, wäre die von der EZB losgetretene Party vorbei, sagen Charttechniker. Der Dollar könnte profitieren, weil die USA schaffen was die Strukturen in Europas Mittelmeeranrainerländern nicht hergeben: Wirtschaftswachstum.