22.10.12

Eurokurs in Anstiegslaune bei 1,21 CHF nach SNB-Giroguthaben

Der Euro schafft zum Wochenauftakt den Sprung zur Marke von 1,21 CHF. Hintergrund sind sinkende Giroguthaben der Schweizer Banken bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Die Durchsetzung des Mindestkurses wird glaubwürdiger. Derweil reklamiert das Europaparlament in Straßburg den wirtschaftlichen Erfolg der Eidgenossenschaft für die EU.

Am Devisenmarkt kann der Eurokurs am Montagmorgen in wenig zulegen. Gegenüber dem Franken verbucht die Gemeinschaftswährung einen Anstieg von 1,2083 auf 1,2099. Der Kurs des Euro zum Dollar klettert im sehr frühen Handel auf 1,3065. Es folgt eine Talfahrt. Gegenwärtig kostet der Euro 1,3025 Dollar.

Die Schweizer Banken haben in der Woche zum 19. Oktober wieder weniger Geld bei der Nationalbank geparkt. Die Giroguthaben sanken um knapp eine Milliarde Franken auf 292,16 Milliarden Franken, wie die Nationalbank heute mitteilte. Die Entwicklung der Bankguthaben auf SNB-Konten gilt als Indiz dafür, wie stark die Währungshüter intervenieren, um den Mindestkurs bei 1,20 pro Euro zu verteidigen.

Der Rückgang zeigt, dass man in der zurückliegenden Woche nicht eingreifen musste. Bereits seit Anfang September steigen die Giroguthaben kaum noch. Das derzeitige Niveau bei 292,16 stimmt in etwa mit dem Stand in der Woche zum 7. September bei 291,11 Milliarden überein. Im August waren die Guthaben von 277,30 auf 288,96 Milliarden geklettert.

Insel der Seligen

Der deutsch-französische Grünen-Politiker Daniel Cohn-Bendit greift die Berner Regierung massiv an. Die Position der Schweiz im Steuerstreit mit Deutschland sei „schwachsinnig“. Im Interview mit der „Sonntagszeitung“ regt Cohn-Bendit an, den Schweizer Banken das Niederlassungsrecht in der EU zu entziehen, sollten sie nicht kooperieren. Mit dieser Methode haben die USA das Schweizer Bankgeheimnis zum fallen gebracht.

„Der Schweiz geht es als Insel der Seligen doch nur so gut, weil die EU drum herum ist, weil die EU die Kastanien aus dem Feuer holt und wirtschaftliche Strukturen aufbaut, von denen dann Unternehmen wie Nestlé profitieren“, legt Cohn-Bendit nach.

Vor wenigen Wochen erst griff der Ökonom Daniel Gros die Schweiz und ihre Nationalbank sei. Sie seien ein noch größerer Währungsmanipulator als China. Die Ratingagentur Standard & Poor’s warf der SNB vor durch den Mindestkurs und den damit verbundenen Käufen von Staatsanleihen von Euro-Kernländern zu Schuldenkrise verschärft zu haben.