23.08.12

Der Eurokurs lässt es krachen! 1,2572 USD, im Visier 1,27


Am Devisenmarkt festigt sich der kurzfristige Aufwärtstrend des Euros gegenüber dem Dollar. Der Wechselkurs klettert auf EUR/USD 1,2572 und ist um mehr als fünf Cents höher als Ende Juli. Hintergrund des steilen Anstiegs sind die Einkaufsmanagerindizes (PMI) aus dem Verarbeitenden Gewerbe der Eurozone sowie Bemerkungen der US-Notenbank.

Von dem höheren Risikoappetit kommt nichts beim Eurokurs CHF an. Das Währungspaar dümpelt bei EUR/CHF 1,2008. Die Hartnäckigkeit, mit der der Euro in unmittelbarer Nähe zum Mindestkurs klebt, könnte ein Warnsignal sein. SMI und Dax kletterten seit Anfang Juni 2012 zwischen 14 und 19 Prozent. Viele Börsianer warten auf eine Korrektur.

Im Lager der industriellen Einkaufsmanager verbessert sich die Stimmung. Der deutsche PMI-Index klettert von 43,0 auf 45,1 Zähler. Beim französischen PMI gibt es im August 2012 einen Anstieg gegenüber dem Vormonat um 2,8 auf 46,2 Punkte. Zwar liegen die Indizes weiterhin unter der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Allerdings deutet sich eine Trendumkehr an. Die konjunkturelle Talsohle könnte durchschritten sein.

„Viele Mitglieder waren der Meinung, dass eine weitere monetäre Lockerung wahrscheinlich ziemlich bald angebracht sein wird, falls nicht neue Informationen auf eine nachhaltige Beschleunigung der wirtschaftlichen Erholung hinweisen“, schreibt die US-Notenbank Fed in ihrem gestern veröffentlichten Protokoll für die Sitzung des Offenmarktausschusses vom 31. Juli bis zum 1. August 2012.

Die Andeutung der nächsten Geldspritze genügte dem Euro, um seinen Steilflug fortzusetzen. Gegenüber dem Dollar kletterte die Gemeinschaftswährung zwischen dem 24. Juli und dem 23. August 2012 von 1,2042 auf 1,2570 (+4,38 Prozent).

Aus charttechnischer Sicht ist in den nächsten Tagen entscheidend, wie sich der Eurokurs an der oberen Begrenzungslinie des Trendkanals verhält. Wenn er es schafft den Widerstand bei 1,2575-1,2590 USD zu durchbrechen, würde sich die Aufwärtsdynamik zuspitzen und es müsste mit einem Anstieg auf 1,27 gerechnet werden.

Respektiert der Euro den Trendkanal, wäre Platz für eine Korrektur auf 1,24 Dollar, meinen Technische Analysten. Trotz des steilen Anstiegs der zurückliegenden Wochen ist das Devisenpaar nicht überkauft. Der Relative Stärke Index (RSI) notiert derzeit bei 63 Punkten. Ab einem Indexstand von 70 Punkten gilt eine Währung als überkauft, bei Werten unter 30 spricht man von einem überverkauften Zustand.