24.08.12

Was man im Herbst 2012 mit einem CHF Fremdwährungskredit macht

„Daher sehen wir uns verpflichtet, auf das Risiko hinzuweisen, und ein gutes Angebot zum Kurswechsel zu legen“, sagt Erste Bank Privat- und Firmenkundenvorstand Peter Bosek. „Weiters rate ich jedem Kunden seinen Tilgungsträger regelmäßig zu überprüfen und über eine Umstellung vom endfälligen auf einen tilgenden Kredit nachzudenken.“

„Es gibt schon Berater, die vor einem Umstieg auf den Eurokredit abraten. Das ist falsch. Es ist sehr gefährlich zu glauben, das Schlimmste sei schon überstanden. Vielmehr sollte man überlegen, die Verluste zu einem Zeitpunkt zu realisieren, wo man sie tragen kann.“, zitiert das „Wirtschaftsblatt“ den Direktor der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), Andreas Ittner.

„Ein Franken-Kredit setzt zum jetzigen Zeitpunkt auf jeden Fall genug Risikopuffer voraus, um im Fall einer weiteren Eskalation der Euroschuldenkrise nicht zu einem noch ungünstigeren Zeitpunkt konvertieren zu müssen“, warnte Raiffeisen-Analyst Valentin Hofstätter in einem Währungsausblick vom August 2011, als der Eurokurs bei 1,10 CHF stand.

Ein Kurs von einem Franken zum Euro sei nicht nur als kurzfristige Spitze denkbar, sondern auch längerfristig, wenn die Eurozone ihre Schuldenkrise nicht in den Griff bekomme. Das Aussitzen müsse man sich leisten können. Auch wenn ein besserer Eurokurs wahrscheinlich ist, gelte es den schlimmsten Fall aushalten, erläuterte Hofstätter kurz vor der Einführung des Mindestkurses.

„Neben der neuen Zinssituation ist es vor allem der Mindestwechselkurs des Schweizer Frankens, der sich bald verändern und damit nachteilig für Fremdwährungskreditnehmer wirken könnte. Denn eine deutliche Verschärfung der Verschuldungskrise in der Eurozone könnte die Nachfrage nach Schweizer Franken als sichere Anlage enorm steigern“, schreibt die Erste Bank in einer Pressemitteilung von 17. August 2012.

Denn eines steht fest: Wer seinen Kredit auf Euro umstellt, realisiert seine bisher angehäuften Währungsverluste endgültig. Dafür braucht er sich nicht mehr davor zu fürchten, dass der Franken noch weiter aufwerten könnte, stellt diepresse.com in der Print-Ausgabe vom 18. August 2012 fest.