16.07.12

Eurokurs Taucher von 1,2271 auf 1,2185 USD, EUR/CHF stabil 1,2009


Am Devisenmarkt beendet der Euro seine Erholungstendenzen. Gegenüber dem US-Dollar rauscht die europäische Gemeinschaftswährung zum Wochenauftakt Richtung Zwei-Jahres-Tief vom letzten Freitag bei 1,2162. Am Montagmittag notiert der Euro bei 1,2185 Dollar. Das Devisenpaar Euro Franken steht bei 1,2009.

Die Inflationsrate im Euroraum lag im Juni 2012 bei 2,4 Prozent, meldet die Statistikbehörde Eurostat. Mit der jährlichen Teuerungsrate der 17 Euroländer geht es seit mehr als einem halben Jahr bergab. Im November 2011 waren die Verbraucherpreise noch mit einem Tempo von 3,0 Prozent gestiegen.

Der Euro Dollar Wechselkurs könnte auf eine charttechnische Unterstützung bei 1,2151 fallen, schreibt der Währungsstratege Mitul Kotecha von Credit Agricol in einer Investorennotiz, die dem Finanzdienst Bloomberg vorliegt. Anschließend würde das Devisenpaar die psychologische Marke bei EUR/CHF 1,2000 ins Auge fassen.

Derweil vergrößern sich die Ungleichgewichte zwischen dem Norden und dem Süden der Eurozone. Nachdem die Zinsen für deutsche Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zwei Jahren auf -0,05 Prozent fielen, findet eine ähnliche Entwicklung bei niederländischen Schultiteln statt. Die Renditen der mit der Bonitätsnote „AAA“ ausgestatteten Staatspapiere sinken auf -0,01 Prozent.

In der Laufzeit vergleichbare Staatsanleihen von Italien und Spanien rentieren aktuell bei 3,59 Prozent bzw. 4,46 Prozent. Wenn die Zinsentwicklung noch weiter auseinander klafft, könnte die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Käufe von Staatsanleihen klammer Euroländer wieder aufnehmen.

Sie müsste sich in einem solchen Fall wohl nicht den Vorwurf gefallen lassen, dass sie Staatshaushalte einzelner Euroländer subventioniere. Vielmehr könnte die breite Öffentlichkeit die Begründung der EZB besser wahrnehmen. So kaufte die EZB in der Vergangenheit Staatsanleihen, um ihre Zinspolitik gleichmäßiger durchzusetzen.