20.07.12

Die Schweizer Uhrenindustrie floriert trotz Frankenstärke

Die Uhrenindustrie der Schweiz setzt ihren rapiden Expansionskurs fort. Obwohl der Schweizer Franken gegenüber dem Euro sehr stark bleibt, klettern die Exporte munter weiter. Bei teuren Gütern wie Uhren ist die Nachfrage weniger vom Preis abhängig. Volkswirte sprechen von einer „unelastischen Nachfrage“.

„Uhrenindustrie: 5. Halbjahr in Folge mit einem zweistelligen Exportplus“, meldet die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) bei der Veröffentlichung ihrer Außenhandelsstatistik. Im ersten Halbjahr 2012 kletterten die Uhrenausfuhren um 16,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Von den zehn Exportbranchen war die Uhrenindustrie als einzige in der Lage ein deutliches Plus zu erwirtschaften.

Zwar kletterten auch die Ausfuhren der Chemisch-Pharmazeutischen Industrie und der Nahrungsmittelindustrie zwischen Januar und Juni 2012. Allerdings liegen die Zunahmen mit 2,8 Prozent und 1,4 Prozent ein Vielfaches unter dem Plus des Uhrensektors. Besorgniserregend sind die Exporteinbrüche in der Metallindustrie und der Maschinen- und Elektroindustrie mit -9,2 und -11,3 Prozent.

Swatch hofft auf Euro

„Als Swatch Group sind wir über Regionen und in allen Marktsegmenten diversifiziert, von der Masse bis zum Luxus. Das Wachstum ist breit abgestützt“, sagte Swatch-Chef Nick Hayek in einem Gespräch mit der deutschen Zeitung „Handelsblatt“. „Ich hoffe, der Euro erholt sich auch. Dann können wir auch bald die zehn Milliarden-Umsatzmarke knacken. Nur durch organisches Wachstum.“

Die diesbezüglichen Schweizer Franken Prognosen sind gespalten. Während die US-Investmentbank Morgan Stanley mit einem Euro Absturz auf 1,10 CHF rechnet, sagt die DZ Privatbank einen Anstieg der Gemeinschaftswährung auf 1,30 Franken voraus. Aktuell notiert das Devisenpaar bei EUR/CHF 1,2008 und befindet sich in unmittelbarer Nähe des von der Nationalbank bei 1,2000 festgelegten Mindestkurses.