20.6.12

Stimmen zum Euro-Endspiel werden immer lauter

„Ein Auseinanderbrechen der Euro-Zone ist ein sehr wahrscheinliches Szenario. Der Kapitalmarkt hat ein Auseinanderbrechen bereits eingepreist. Die Investoren sind da viel weiter als die Politik. Ich glaube, wir sind jetzt in der Endspielphase.“ Dieses düstere Bild zeichnete der Deutsche Bank Chef-Anlagestratege Georg Schuh gestern auf einer Konferenz in Frankfurt. Er verwaltet für DB Advisory rund 170 Milliarden Euro.

Viel Zeit bleibe nicht mehr. Die Wahlen in Griechenland würden zwar eine Regierung hervorbringen, die sich an die Sparzusagen halten wolle. Athen werde aber schnell sehen, dass das gar nicht möglich sei. Die Krise werde sich zum Herbst hin zuspitzen, prognostizierte US-Großinvestor George Soros vor den Athener-Schicksalswahlen am 3. Juni 2012 auf einer Wirtschaftskonferenz im italienischen Trient.

„Ich wäre bei deutschen Staatsanleihen misstrauisch, da nur wenige Szenarien existieren, in denen sie sich gut entwickeln könnten”, sagte PIMCO-Chef Bill Gross im Gespräch mit dem TV-Kanal Bloomberg. „Deutschland stellt für mich ein Kreditrisiko dar. Es ist kein attraktiver Markt.“

„Wir müssen auch für den Fall der Fälle vorbereitet sein, dass die Währungsunion zusammenbricht. Unabhängig davon, ob Griechenland in der Eurozone bleibt oder nicht, kann es möglicherweise zu einer Ansteckung anderer Länder kommen und somit die Schuldenkrise weiter eskalieren“, stellte der Präsident der Schweizerischen Nationalbank, Thomas Jordan, im Gespräch mit der „SonntagsZeitung“ am 27. Mai 2012 fest.

Sofern die Europäische Zentralbank nicht im massiven Stil italienische Staatsanleihen kaufe, müsse man in Betracht ziehen, zum Euro eben „Ciao“ zu sagen. So äußerte sich vor kurzum der ehemalige Ministerpräsident Italiens, Silvio Berlusconi, dessen Partei die technokratische Regierung von Mario Monti unterstützt.

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